Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Spätsommer und Herbst sind die Hochzeiten der Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Dann verbreitet sie sich in Kindergärten und Krippen wie ein Lauffeuer und versetzt viele Eltern in Aufruhr. Betroffen sind meist Kinder zwischen zwei und sechs Jahren, anstecken können sich aber auch schon Babys – und Erwachsene. Die Erkrankung ist im Grunde nicht bedrohlich und medikamentös kaum zu behandeln, macht aber wegen ihrer auffälligen Bläschen mehr Angst, als ihr Verlauf rechtfertigt.
Das Wichtigste in Kürze
- Harmlos, aber hoch ansteckend. Fast alle Kinder sind nach rund einer Woche wieder gesund.
- Es gibt kein Medikament dagegen. Behandelt werden nur die Beschwerden – vor allem die Schmerzen im Mund.
- Am ansteckendsten ist die erste Krankheitswoche. Die stärkste Ansteckungsfähigkeit endet, wenn der Ausschlag abgeheilt ist.
- Über den Stuhl werden die Viren noch Wochen ausgeschieden – deshalb bleibt Händewaschen auch danach wichtig.
- Man kann mehrmals erkranken. Eine durchgemachte Infektion schützt nicht dauerhaft.
- Besondere Vorsicht bei Neugeborenen in den ersten beiden Lebensmonaten und bei Schwangeren rund um den Geburtstermin.
- Das Wichtigste zu Hause: dass Ihr Kind genug trinkt.
Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit – auch Hand-Mund-Fuß-Krankheit oder Mund-Hand-Fuß-Krankheit geschrieben, umgangssprachlich auch falsche Maul- und Klauenseuche – ist eine Viruserkrankung. Weil ein Virus dahintersteckt, ist sie hoch ansteckend und nicht medikamentös zu behandeln. Erreger sind Enteroviren, meist Coxsackie-Viren, seltener andere Vertreter dieser Gruppe wie Echoviren.
Sie kommt weltweit vor und tritt vermehrt in den Spätsommer- und Herbstmonaten auf. Am häufigsten erkranken Kinder unter zehn Jahren. In den meisten Fällen verläuft die Infektion völlig ohne Beschwerden und wird daher gar nicht bemerkt – ansteckend ist sie trotzdem. Das erklärt, warum sich das Virus in einer Gruppe oft schneller verbreitet, als man es nachvollziehen kann.
Wie wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit übertragen?
Auf mehreren Wegen, und das macht sie so schwer aufzuhalten:
- Tröpfcheninfektion – beim Sprechen, Husten oder Niesen
- direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten – Speichel, Nasen-Rachen-Sekret, Flüssigkeit aus den Bläschen
- Schmierinfektion über verunreinigte Gegenstände, etwa Türgriffe oder Spielzeug
- über den Stuhl, zum Beispiel beim Windelwechseln
Wie lange dauert die Inkubationszeit?
Von der Ansteckung bis zu den ersten Beschwerden vergehen rund drei bis zehn Tage – die sogenannte Inkubationszeit. In dieser Zeit sucht sich der Erreger seinen Weg über die Mundschleimhaut oder den Dünndarm und gelangt über die Lymphknoten in die Blutbahn.
Diagnose
Bei den typischen Bläschen an Händen, Füßen und im Mund stellen wir die Diagnose durch die körperliche Untersuchung. Ein Labornachweis – per PCR aus einer Stuhlprobe oder aus dem Bläscheninhalt – ist möglich, aber meist nicht erforderlich, weil er am Vorgehen nichts ändert.
Zu früh angesehen, heißt manchmal: noch nicht erkennbar. Ganz am Anfang sehen einzelne Bläschen aus wie Mückenstiche und werden übersehen – von Eltern wie von uns. Innerhalb kurzer Zeit breiten sie sich dann aber aus. Wenn Ihr Kind einen Tag später deutlich mehr davon hat, ist das kein Widerspruch zum ersten Befund, sondern der normale Verlauf.
Typisch ist vor allem die Form der Bläschen: weißlich gefüllt, umrandet von einem roten Hof. Betroffen sind Handflächen, Fußsohlen und meist auch der Mund. Es müssen aber nicht alle Stellen betroffen sein. Der Ausschlag kann zusätzlich am Gesäß, im Genitalbereich, an Knien oder Ellbogen auftreten und dann auch stark jucken – man spricht von einem atypischen Verlauf.
Verlauf und Dauer
Typischerweise beginnt es mit Fieber, Appetitlosigkeit und Halsschmerzen, das Kind fühlt sich matt und abgeschlagen. Nach etwa ein bis zwei Tagen bilden sich kleine schmerzhafte Bläschen und Geschwüre in der Mundhöhle, nach weiteren zwei Tagen kommt der rote Ausschlag an Handflächen und Fußsohlen dazu, aus dem später weiß-graue Bläschen werden.
Die Bläschen werden über einige Tage mehr, platzen häufig auf oder verschwinden relativ beschwerdefrei wieder. Besonders die offenen Stellen im Mund machen Kindern zu schaffen, weil Essen und Trinken weh tun. Viele fühlen sich unwohl, haben Übelkeit und keinen Appetit.
Nach rund einer Woche klingen die Beschwerden von selbst ab. Bis auch die kleinen Wunden vollständig abgeheilt sind, vergehen üblicherweise etwa zwei Wochen.
Wie kann ich meinem Kind bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit helfen?
Eine spezifische Behandlung gibt es nicht, und auch ein Erregernachweis ändert daran nichts: Kein Medikament verkürzt den Verlauf. Fast alle Kinder werden auch ohne Behandlung nach rund einer Woche wieder gesund. Behandelt werden die Beschwerden.
- Gegen Schmerzen und Fieber kommen Paracetamol oder Ibuprofen in Frage – nach Gewicht dosiert. Wenn Sie bei der Dosierung unsicher sind, fragen Sie bitte direkt eine Ärztin oder einen Arzt.
- Gegen die schmerzenden Bläschen im Mund können schmerzlindernde und entzündungshemmende Tinkturen zum Auftupfen oder zum Spülen helfen.
- Kühles und Weiches statt heiß, sauer und scharf. Joghurt, Milch, Pudding, kalte Suppen. Saft, Zitrusfrüchte und Tomaten brennen auf den offenen Stellen.
- Trinken hat Vorrang vor Essen. Ein paar Tage wenig Appetit sind unproblematisch – zu wenig Flüssigkeit ist es nicht.
- Bläschen versorgen und nicht aufkratzen lassen, damit sich nichts entzündet.
Der häufigste Grund, warum ein Kind mit Hand-Fuß-Mund doch zu uns muss, ist nicht die Krankheit selbst – es ist das Trinken. Wenn Ihr Kind wegen der Schmerzen im Mund kaum etwas zu sich nimmt, deutlich weniger nasse Windeln hat, auffällig müde oder teilnahmslos wird, kommen Sie bitte. Das gilt besonders für kleine Kinder, die schneller austrocknen.
Wie lange ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ansteckend?
Dazu kursieren sehr unterschiedliche Angaben. Die Linie des Gesundheitsportals des Bundes ist eindeutig:
| Erste Krankheitswoche | Die Ansteckungsgefahr ist am größten. |
|---|---|
| Bis der Ausschlag abgeheilt ist | Die Zeit der stärksten Ansteckungsfähigkeit endet mit dem Abheilen des Hautausschlages. |
| Noch mehrere Wochen danach | Die Viren werden weiter über den Stuhl ausgeschieden und können übertragen werden. |
| Ohne jedes Symptom | Auch ein Verlauf ganz ohne Beschwerden ist ansteckend – das betrifft häufig Erwachsene. |
Zurück in den Kindergarten oder die Krippe
Wer erkrankt ist, sollte vorübergehend keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen und den Kontakt zu anderen meiden – insbesondere zu Schwangeren und Babys. Die Zeit der stärksten Ansteckungsfähigkeit endet mit dem Abheilen des Hautausschlages. Als Orientierung gilt also: zurück, wenn der Ausschlag abgeheilt ist, das Kind fieberfrei ist und sich wieder wohlfühlt.
Weil die Viren danach noch wochenlang über den Stuhl ausgeschieden werden, wäre ein Fernbleiben bis zur völligen Virusfreiheit weder machbar noch sinnvoll. Stattdessen zählt danach die Hygiene: gründliches Händewaschen, vor allem nach dem Windelwechseln und vor dem Essen, und Sorgfalt im Umgang mit Fläschchen, Schnullern, Bechern und Besteck.
Kindergärten und Krippen dürfen eigene Regeln haben und verlangen mitunter eine längere Pause oder eine ärztliche Bestätigung. Fragen Sie dort nach, bevor Sie planen – und sprechen Sie uns an, wenn eine Bestätigung gebraucht wird.
Kann man mehrmals erkranken?
Ja. An der Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann man mehrmals erkranken, weil verschiedene Enteroviren sie auslösen können und eine durchgemachte Infektion nur gegen den jeweiligen Erreger schützt. Man kann Hand-Fuß-Mund also mehrmals bekommen, auch zweimal im selben Jahr. Ein zweiter Ausbruch im selben Jahr ist kein Zeichen für ein schwaches Immunsystem und kein Hinweis darauf, dass beim ersten Mal etwas übersehen wurde.
Nagelverlust nach der Erkrankung
Bei atypischen Verläufen kann es innerhalb von vier Wochen nach der Infektion zum Verlust von Finger- und Zehennägeln kommen. Das sieht dramatisch aus und erschreckt Eltern regelmäßig – es ist aber harmlos und tut nicht weh. Die Nägel wachsen vollständig nach. Es braucht keine Behandlung, nur Geduld.
Welche Komplikationen können auftreten?
Komplikationen sind seltene Einzelfälle. Dazu zählen Entzündungen der Hirnhaut (Meningitis) oder des Gehirns (Enzephalitis) sowie Lähmungserscheinungen.
Bitte sofort ärztlich abklären lassen: anhaltend hohes Fieber, ein auffällig schläfriges oder schwer erweckbares Kind, eine steife Nackenhaltung, wiederholtes Erbrechen, Krampfanfälle, Atemnot oder ein Kind, das trotz aller Versuche kaum noch trinkt. Außerhalb unserer Öffnungszeiten ist das ein Fall für die Kinderambulanz.
Neugeborene und Schwangerschaft
In der Schwangerschaft verläuft die Hand-Fuß-Mund-Krankheit meist mild oder ganz ohne Beschwerden. Steckt sich eine Schwangere jedoch rund um den Geburtstermin an, kann sie die Viren an das Neugeborene weitergeben.
Auch Neugeborene erkranken meist mild. In seltenen Fällen kommt es aber zu schweren Infektionen lebenswichtiger Organe wie Leber oder Herz und zu einem lebensbedrohlichen Verlauf. Das Risiko eines schweren Verlaufs ist in den ersten beiden Lebensmonaten am höchsten.
Daraus folgt eine klare Empfehlung: Wenn ein Kind in der Familie die Hand-Fuß-Mund-Krankheit hat, halten Sie es so gut es geht von einem Neugeborenen und von Schwangeren fern – und achten Sie besonders auf das Händewaschen. Bei Beschwerden eines Babys unter zwei Monaten melden Sie sich bitte gleich, nicht erst am nächsten Tag.
Wie kann ich vorbeugen?
Abgesehen von sorgfältiger Hygiene – Händewaschen und das Vermeiden von nahem Kontakt mit Erkrankten – sind keine vorbeugenden Maßnahmen bekannt. Eine Schutzimpfung gibt es nicht. Wo viele kleine Kinder zusammenkommen, lässt sich eine Welle daher kaum verhindern, nur bremsen.
Häufige Fragen
Wann darf mein Kind wieder in den Kindergarten?
Als Orientierung: wenn der Ausschlag abgeheilt ist, das Kind fieberfrei ist und sich wieder wohlfühlt. Die Zeit der stärksten Ansteckungsfähigkeit endet mit dem Abheilen des Hautausschlages. Kindergärten und Krippen dürfen aber eigene Regeln haben – fragen Sie dort nach.
Ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit auch für Erwachsene ansteckend?
Ja. Erwachsene stecken sich an, die Infektion verläuft bei ihnen aber meist ohne Beschwerden und bleibt daher unbemerkt. Ansteckend ist auch ein beschwerdefreier Verlauf – deshalb verbreitet sich das Virus oft weiter, als man vermutet.
Kann mein Kind die Krankheit ein zweites Mal bekommen?
Ja. Verschiedene Enteroviren können sie auslösen, und eine durchgemachte Infektion schützt nur gegen den jeweiligen Erreger. Ein zweiter Ausbruch ist kein Zeichen für ein schwaches Immunsystem.
Mein Kind verliert nach der Erkrankung Finger- oder Zehennägel. Ist das schlimm?
Nein. Bei atypischen Verläufen kann es innerhalb von vier Wochen nach der Infektion zum Verlust von Finger- und Zehennägeln kommen. Das ist harmlos, tut nicht weh und braucht keine Behandlung – die Nägel wachsen vollständig nach.
Mein Kind isst wegen der Bläschen im Mund fast nichts. Was kann ich tun?
Kühles und Weiches anbieten – Joghurt, Milch, Pudding, kalte Suppen – und alles Saure, Scharfe und Heiße weglassen, weil es auf den offenen Stellen brennt. Wichtiger als Essen ist Trinken. Ein paar Tage wenig Appetit sind unproblematisch, zu wenig Flüssigkeit nicht: Bei deutlich weniger nassen Windeln oder einem auffällig müden Kind kommen Sie bitte zu uns.
Kann man Hand-Fuß-Mund mehrmals bekommen?
Ja. Man kann Hand-Fuß-Mund mehrmals bekommen, weil verschiedene Enteroviren die Krankheit auslösen können und eine durchgemachte Infektion nur gegen den jeweiligen Erreger schützt. Auch zweimal im selben Jahr ist möglich und kein Zeichen für ein schwaches Immunsystem.
Wie lange dauert die Inkubationszeit bei Hand-Fuß-Mund?
Von der Ansteckung bis zu den ersten Beschwerden vergehen rund drei bis zehn Tage. In dieser Zeit ist das Kind bereits ansteckend, obwohl noch nichts zu sehen ist.
Gibt es eine Impfung gegen die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Nein. Es gibt keine Schutzimpfung und kein Medikament, das den Verlauf verändert. Vorbeugen lässt sich nur über sorgfältige Hygiene und das Vermeiden von nahem Kontakt mit Erkrankten.
Zum Thema Fieber und wann es abzuklären ist, steht mehr unter Fieber beim Kind. Wenn es Ihrem Kind schlecht geht, vereinbaren Sie einen Akuttermin oder buchen Sie über die Online-Terminvereinbarung. Wer bei uns Kinder betreut, sehen Sie unter Kinderarzt.
Quellen
- Hand-Fuß-Mund-Krankheit – Gesundheitsportal des Bundes
Zuletzt aktualisiert: September 2026