FSME-Impfung

Österreich gehört zu den am stärksten von FSME betroffenen Ländern Mitteleuropas, und kein einziges Bundesland gilt als frei davon. Die Zeckenimpfung ist deshalb für alle empfohlen, die hier leben – auch für Kinder. In der Kinderarztpraxis Schumanngasse in Wien 1170 impfen alle unsere Kinderfachärztinnen und Kinderfachärzte dagegen. Sie schützt vor einer Erkrankung, gegen die es keine ursächliche Behandlung gibt: Ist das Virus im Körper, lassen sich nur die Beschwerden lindern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab wann? Ab dem vollendeten 1. Lebensjahr.
  • Wie oft? Drei Teilimpfungen, danach Auffrischungen.
  • Die erste Auffrischung folgt drei Jahre nach der dritten Teilimpfung, danach alle fünf Jahre.
  • Kostenpflichtig. Die FSME-Impfung ist nicht Teil des kostenfreien Kinderimpfprogramms.
  • Sie schützt nicht vor Borreliose. Zecken übertragen beides, die Impfung wirkt nur gegen FSME.
  • Wir haben den Impfstoff im Haus. Sie müssen nichts mitbringen.

Wogegen die Impfung schützt

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Entzündung von Hirnhäuten und Gehirn. Übertragen wird das Virus durch den Stich einer infizierten Zecke.

Nicht jeder Stich führt zu einer Infektion. Kommt es dazu, verläuft die Erkrankung meist in zwei Phasen: zunächst, drei bis 28 Tage nach dem Stich, grippeähnliche Beschwerden mit Erbrechen, Schwindel und mäßigem Fieber. Danach folgt oft eine beschwerdefreie Woche – und erst dann die zweite Phase, in der das Nervensystem betroffen ist.

Bei etwa einem Drittel der Betroffenen mit Beteiligung des Nervensystems kommt es zu Lähmungen an Armen, Beinen oder im Gesicht, und es bleiben Behinderungen zurück. Rund ein Prozent der Fälle mit neurologischen Zeichen endet tödlich.

Eine Behandlung der Ursache gibt es nicht. Wenn das Virus im Körper ist, kann man nur die Beschwerden lindern – das unterscheidet FSME von der Borreliose, die sich mit Antibiotika behandeln lässt.

Warum geimpft wird, obwohl die Erkrankung selten geworden ist. Die Fallzahlen sind in Österreich stark zurückgegangen – aber nur wegen der hohen Durchimpfungsrate. In der ungeimpften Bevölkerung ist die Häufigkeit unverändert. Der Rückgang schützt also niemanden, der selbst nicht geimpft ist.

Ab wann und wie oft wird geimpft?

Die Impfung ist ab dem vollendeten 1. Lebensjahr zugelassen. Für Kinder gibt es eigene Impfstoffe mit geringerer Dosis.

Schritt Zeitpunkt
1. Teilimpfung ab dem vollendeten 1. Lebensjahr, am besten in den kalten Monaten
2. Teilimpfung 14 Tage bis 3 Monate nach der ersten
3. Teilimpfung 5 bis 12 Monate nach der zweiten, je nach Impfstoff
1. Auffrischung 3 Jahre nach der dritten Teilimpfung
weitere Auffrischungen alle 5 Jahre, ab dem vollendeten 60. Lebensjahr alle 3 Jahre

Wichtig ist der zeitliche Vorlauf: Nach der ersten Teilimpfung besteht noch kein verlässlicher Schutz. Deshalb beginnt man am besten im Winter, damit der Aufbau vor der Zeckensaison abgeschlossen ist. Die reicht vom Frühjahr bis in den Spätherbst, am stärksten in den warmen Sommermonaten.

Wird der Schutz kurzfristig gebraucht, etwa vor einer Reise, gibt es ein Schnellschema mit engeren Abständen. Das besprechen wir im Einzelfall.

Was kostet die FSME-Impfung?

Die FSME-Impfung ist kostenpflichtig – sie gehört nicht zum kostenfreien Kinderimpfprogramm. Der Impfstoff wird gesondert verrechnet.

Für die ärztliche Leistung fällt nichts zusätzlich an: Ein Impftermin ist bei uns ein gewöhnlicher Ordinationstermin, es gilt das Honorar der Kinderarztordination – unabhängig davon, wie viele Impfungen an diesem Tag verabreicht werden.

Welche Impfreaktionen sind möglich?

Die meisten Reaktionen treten in den ersten ein bis vier Tagen auf, betreffen vor allem die erste Teilimpfung und klingen folgenlos wieder ab.

Häufigkeit Was auftreten kann
sehr häufigmehr als 1 von 10
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Kopfschmerzen bei Kindern ab 3 Jahren
  • Schläfrigkeit bei Kindern unter 3 Jahren
  • Fieber über 38 °C bei Ein- bis Zweijährigen
häufigweniger als 1 von 10
  • Rötung und Schwellung an der Einstichstelle
  • Übelkeit
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • grippeähnliche Beschwerden, die meist innerhalb von 72 Stunden abklingen
  • Unwohlsein und Schwäche
  • Fieber über 38 °C bei 3- bis 11-Jährigen
seltenweniger als 1 von 1.000
  • Durchfall
  • Erbrechen

Bei Kindern unter drei Jahren kann hohes Fieber auftreten – ab 39,5 °C. Fieber über 38 °C tritt vor allem nach der ersten Impfung auf und danach seltener; wenn nötig, kann es gesenkt werden. Über die Frage, ob und wann bei ganz kleinen Kindern geimpft werden soll, sprechen wir vor der Impfung.

Schwere allergische Reaktionen sind sehr selten. Sie treten fast immer unmittelbar nach der Impfung auf – also in der Zeit, in der Sie noch bei uns sind.

Häufige Fragen

Schützt die Zeckenimpfung auch vor Borreliose?

Nein. Zecken können beides übertragen, die Impfung wirkt aber nur gegen das FSME-Virus. Eine Borreliose lässt sich dafür mit Antibiotika behandeln – bei FSME geht das nicht.

Mein Kind wurde gestochen und ist nicht geimpft – hilft eine Impfung jetzt noch?

Für diesen einen Stich nicht mehr. Wann eine Grundimmunisierung danach begonnen wird, besprechen wir im Einzelfall.

Reicht es, nur im Sommer zu impfen?

Besser ist der umgekehrte Weg: im Winter beginnen. Nach der ersten Teilimpfung besteht noch kein verlässlicher Schutz, und der Aufbau soll vor der Zeckensaison abgeschlossen sein.

Wir waren nie im Wald – braucht mein Kind die Impfung trotzdem?

Zecken gibt es nicht nur im Wald, sondern auch in Gärten, Parks und auf Wiesen. In Österreich ist kein Bundesland FSME-frei.

Was FSME als Erkrankung bedeutet, wie man Zecken richtig entfernt und was nach einem Stich zu tun ist, steht unter Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Alles zu unserem Impfangebot finden Sie unter Impfungen.

Quellen

Zuletzt aktualisiert: September 2026