Narkose
Die Narkose – fachlich Allgemeinanästhesie – schaltet Bewusstsein und Schmerzempfindung aus, damit ein Eingriff durchgeführt werden kann. Für Eltern ist sie oft der Teil, vor dem sie mehr Respekt haben als vor der Operation selbst. Auf dieser Seite steht, wie das abläuft, wenn bei Ihrem Kind ein Eingriff ansteht, und worauf es davor ankommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Operiert wird nicht bei uns. Eingriffe finden in einem Krankenhaus oder Operationszentrum statt – gemeinsam mit einem Kinderanästhesisten.
- Vorher schauen wir Ihr Kind kinderärztlich an – ob es gesund und bereit für den Eingriff ist.
- Vor jedem Eingriff gibt es zwei Gespräche: eines mit der Operateurin oder dem Operateur, eines mit der Anästhesie.
- Nüchtern sein ist die wichtigste Regel – die genauen Zeiten für Ihr Kind nennt Ihnen die Anästhesie.
- Eine Erkältung in den zehn Tagen davor gehört dem Anästhesieteam gemeldet.
- Lockere Zähne, vor allem Schneidezähne, bitte vorher beim Zahnarzt abklären.
Was bei einer Narkose passiert
Bei der Allgemeinanästhesie wird das Kind in einen tiefen Schlaf versetzt, sodass der Eingriff ohne Schmerzen und ohne bewusstes Erleben durchgeführt werden kann. Das Anästhesieteam überwacht während der gesamten Zeit die lebenswichtigen Funktionen – mindestens Herztätigkeit, Sauerstoffgehalt des Blutes und Blutdruck.
Kurz vor dem Eingriff wird ein dünner Zugang in eine Vene gelegt. Darüber bekommt das Kind Infusionen und Medikamente – auch, um den Flüssigkeitsverlust durch das Nüchternsein auszugleichen.
Wo bei uns operiert wird
In der Kinderarztpraxis Schumanngasse wird nicht operiert und nicht narkotisiert. Wenn ein Eingriff nötig ist – etwa in der HNO oder der Kinderunfallchirurgie –, findet er in einem Krankenhaus oder einem Operationszentrum statt, gemeinsam mit einem Kinderanästhesisten. Abklärung, Vorbereitung und die gesamte Nachbehandlung laufen dagegen bei uns. Sie behalten also Ihre gewohnten Ansprechpersonen, auch wenn der Eingriff woanders stattfindet.
Die kinderärztliche Untersuchung vor dem Eingriff
Bevor Ihr Kind operiert wird, sehen wir es kinderärztlich an. Es geht dabei um eine einfache Frage: Ist Ihr Kind gerade gesund genug für den geplanten Eingriff?
Dazu gehören ein Gespräch über die Krankengeschichte, eine gründliche körperliche Untersuchung – Herz, Lunge, Ohren, Rachen – und, wenn es die Situation erfordert, ergänzende Untersuchungen wie eine Blutabnahme oder ein EKG. Wir achten besonders auf Dinge, die einen Eingriff verschieben lassen sollten: ein frischer Infekt, eine noch nicht ausgeheilte Erkältung, Fieber in den Tagen davor, auffällige Atemgeräusche.
Was wir dabei finden, geben wir weiter – an die Operateurin oder den Operateur und an die Anästhesie, die es für ihre Planung brauchen. Wer Vorerkrankungen hat oder dauerhaft Medikamente nimmt, bekommt das schriftlich mit.
Die Entscheidung, ob und wie narkotisiert wird, trifft die Anästhesie – nicht wir. Unsere Untersuchung liefert die kinderärztliche Grundlage dafür: den aktuellen Gesundheitszustand, die Vorgeschichte, die Befunde. Die Beurteilung der Narkosefähigkeit und die Wahl des Verfahrens gehören ins Präanästhesie-Gespräch und liegen bei der Anästhesistin oder dem Anästhesisten.
Warum das ein eigener Termin ist und kein Nebenbei. Ein Kind, bei dem am OP-Tag ein Infekt auffällt, wird verschoben – mit allem, was daran hängt: Urlaub genommen, Kind nüchtern, Geschwister organisiert. Vorher abzuklären ist unangenehmer Aufwand im Kleinen und erspart im Zweifel den größeren Ärger. Vereinbaren Sie den Termin daher rechtzeitig, nicht erst am Vortag.
Die zwei Gespräche davor
- Das ärztliche Aufklärungsgespräch führt die Operateurin oder der Operateur. Es geht um Ablauf und Umfang des Eingriffs, um Prognose, Risiken und mögliche Folgen, um das Narkoseverfahren und um die Nachbehandlung.
- Das Präanästhesie-Gespräch führt die Anästhesistin oder der Anästhesist. Hier wird entschieden, welches Narkoseverfahren am besten passt – abhängig von Art und voraussichtlicher Dauer des Eingriffs, von Vorerkrankungen, vom Alter und von möglichen Gegenanzeigen. Auch die Risiken des gewählten Verfahrens werden hier besprochen.
Das Aufklärungsgespräch ist verpflichtend: Ohne Aufklärung darf nur in Notfällen operiert werden. Die Zustimmung geben bei Kindern die gesetzlichen Vertreterinnen und Vertreter.
Schreiben Sie Ihre Fragen vorher auf. Im Gespräch geht erfahrungsgemäß die Hälfte davon unter – und es gibt keine Frage, die zu banal wäre. Wie lange dauert es? Darf ich dabei sein, bis mein Kind schläft? Wo sehe ich mein Kind wieder, wenn es aufwacht? Was tut danach weh? Genau dafür ist das Gespräch da.
Nüchtern sein – und warum
Vor einer Narkose darf eine bestimmte Zeit lang nichts gegessen und getrunken werden. Der Grund ist konkret: Bei der Allgemeinanästhesie werden die Schutzreflexe ausgeschaltet. Fehlt der Hustenreflex, kann Mageninhalt in die Lunge gelangen – und daraus kann eine Lungenentzündung entstehen.
Die genauen Nüchternzeiten für Ihr Kind nennt Ihnen die Anästhesie. Für Kinder gelten andere Zeiten als für Erwachsene, und sie unterscheiden sich je nachdem, ob es um feste Nahrung, Milch oder klare Flüssigkeit geht. Bitte halten Sie sich an die Zeiten, die Sie mit dem OP-Termin bekommen, und fragen Sie im Präanästhesie-Gespräch nach, wenn etwas unklar ist. Ein Kind, das zu spät noch etwas bekommen hat, muss unter Umständen verschoben werden – unangenehm, aber sicherer.
Worauf Sie sonst achten sollten
- Erkältung: Wenn Ihr Kind in den zehn Tagen vor dem Eingriff krank war oder ist, sagen Sie es dem Anästhesieteam. Ein Infekt kann Grund sein, den Termin zu verschieben.
- Lockere Zähne, besonders Schneidezähne, rechtzeitig vorher zahnärztlich abklären lassen.
- Medikamente: Beim Aufklärungsgespräch wird besprochen, welche weiter gegeben werden und welche pausieren.
- Befunde mitnehmen – auch Allergiepass oder Anästhesiepass, falls vorhanden.
- Schmuck, Nagellack und Kontaktlinsen bleiben zu Hause beziehungsweise werden vorher abgelegt.
Häufige Fragen
Wird in der Kinderarztpraxis Schumanngasse narkotisiert?
Nein. Operative Eingriffe finden in einem Krankenhaus oder einem Operationszentrum statt, gemeinsam mit einem Kinderanästhesisten. Die Abklärung davor und die gesamte Nachbehandlung laufen bei uns – Sie behalten also Ihre gewohnten Ansprechpersonen.
Muss mein Kind vor einer Operation zu Ihnen kommen?
Ja, dafür sehen wir Ihr Kind kinderärztlich an: Krankengeschichte, gründliche körperliche Untersuchung und, wenn nötig, ergänzende Untersuchungen wie Blutabnahme oder EKG. Es geht um die Frage, ob Ihr Kind gerade gesund genug für den geplanten Eingriff ist. Die Befunde geben wir an die Operateurin oder den Operateur und an die Anästhesie weiter.
Entscheiden Sie, ob mein Kind narkotisiert werden darf?
Nein. Die Beurteilung der Narkosefähigkeit und die Wahl des Verfahrens liegen bei der Anästhesie und gehören ins Präanästhesie-Gespräch. Unsere Untersuchung liefert die kinderärztliche Grundlage dafür – den aktuellen Gesundheitszustand, die Vorgeschichte und die Befunde.
Wie lange muss mein Kind vor der Narkose nüchtern bleiben?
Das nennt Ihnen die Anästhesie. Für Kinder gelten andere Zeiten als für Erwachsene, und sie unterscheiden sich je nachdem, ob es um feste Nahrung, Milch oder klare Flüssigkeit geht. Halten Sie sich bitte an die Zeiten, die Sie mit dem OP-Termin bekommen.
Warum muss mein Kind überhaupt nüchtern sein?
Weil bei einer Allgemeinanästhesie die Schutzreflexe ausgeschaltet werden. Fehlt der Hustenreflex, kann Mageninhalt in die Lunge gelangen, und daraus kann eine Lungenentzündung entstehen.
Mein Kind ist kurz vor der Operation erkältet. Was nun?
Sagen Sie es dem Anästhesieteam. Eine Erkrankung in den zehn Tagen vor dem Eingriff gehört gemeldet – ein Infekt kann Grund sein, den Termin zu verschieben. Das ist kein Rückschlag, sondern eine Sicherheitsentscheidung.
Was ist der Unterschied zwischen den beiden Aufklärungsgesprächen?
Das erste führt die Operateurin oder der Operateur und behandelt den Eingriff selbst. Das zweite, das Präanästhesie-Gespräch, führt die Anästhesie und behandelt das Narkoseverfahren – welches am besten passt und welche Risiken es hat.
Den Termin für die Untersuchung vor dem Eingriff vereinbaren Sie über die Online-Terminvereinbarung – bitte rechtzeitig, nicht erst am Vortag. Welche Eingriffe bei uns abgeklärt und nachbetreut werden, steht unter Kinder-HNO-Ordination und Kinderunfallchirurgie. Hat Ihr Kind kurz davor Fieber, führt Fieber beim Kind weiter.
Quellen
- Vorbereitung auf eine Operation – Gesundheitsportal des Bundes
- Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) – Gesundheitsportal des Bundes
Zuletzt aktualisiert: September 2026