Beikosteinführung
Irgendwann reicht Milch allein nicht mehr. Dann beginnt die Beikosteinführung – und mit ihr eine Phase, in der viele Eltern unsicher sind: Wann ist der richtige Zeitpunkt, womit fängt man an, was darf noch nicht auf den Teller? Auf dieser Seite steht, was die österreichischen Beikostempfehlungen dazu sagen, in der Reihenfolge, in der es praktisch gebraucht wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Zeitfenster ist die 17. bis 26. Lebenswoche – frühestens mit Beginn des 5. Monats, spätestens mit Beginn des 7.
- Entscheidend ist der Entwicklungsstand, nicht das Datum im Kalender.
- Weiterstillen ist ausdrücklich empfohlen – während der Beikosteinführung und darüber hinaus.
- Klein anfangen: zwei bis drei Teelöffel, dann langsam steigern.
- Hunger und Sättigung des Kindes sind der Maßstab für die Menge, nicht der Löffelstand im Glas.
- Honig, Kuhmilch als Getränk und rohe tierische Lebensmittel gehören im ersten Lebensjahr nicht dazu.
- Neues braucht Wiederholung: bis zu 16 Anläufe, bis ein Lebensmittel akzeptiert wird.
Wann mit der Beikost beginnen?
Der optimale Zeitpunkt hängt vom Entwicklungsstand Ihres Kindes ab. Als Zeitfenster nennen die österreichischen Beikostempfehlungen die 17. bis 26. Lebenswoche – also frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Die meisten Kinder beginnen rund um den sechsten Lebensmonat.
Woran Sie merken, dass Ihr Kind so weit ist:
- Es kann mit wenig Hilfe aufrecht sitzen und den Kopf selbst halten.
- Es spuckt den Brei nicht mehr automatisch aus.
- Es zeigt Interesse am Essen der anderen.
- Die ersten Zähne kommen.
Warum manchmal von sechs Monaten und manchmal von der 17. Woche die Rede ist. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, in den ersten sechs Monaten ausschließlich zu stillen. Die österreichischen Beikostempfehlungen nennen als Fenster die 17. bis 26. Lebenswoche. Das ist kein Widerspruch: Beide Angaben zielen auf dieselbe Zeit rund um den sechsten Monat, und beide stellen die Entwicklung des Kindes über das Kalenderdatum. Wer früher als in der 17. Woche beginnt, ist zu früh dran – wer nach der 26. noch gar nicht begonnen hat, zu spät.
Weiterstillen ist während und nach der Beikosteinführung ausdrücklich empfohlen. Beikost ersetzt die Milch nicht, sie kommt dazu. Wie lange gestillt wird, entscheiden Sie und Ihr Kind. Mehr dazu steht unter Stillberatung.
Wie fest darf es sein?
Die Konsistenz wächst mit dem Kind mit:
| 5 bis 6 Monate | gedünstet und fein püriert |
|---|---|
| 6 bis 9 Monate | grob püriert, gerieben oder auflösbar – zerdrückte Banane, geriebener Apfel, Flocken |
| 9 bis 12 Monate | klein geschnitten, gewürfelt, gehackt – zunehmend Familienkost |
Gröberer Brei bis zum 10. Lebensmonat ist wichtig für die Akzeptanz von Gemüse und Obst. Wer zu lange bei fein püriert bleibt, macht es später schwerer. Am Ende des ersten Lebensjahres soll Ihr Kind im Wesentlichen mitessen, was die Familie isst: Frühstück, Mittag- und Abendessen, dazu ein bis drei Zwischenmahlzeiten.
Der Beikost-Einstieg, Monat für Monat
Ein bewährter Ablauf – kein Gesetz, sondern eine Orientierung:
- Erster Monat: das Mittagessen. Am ersten Tag zwei Teelöffel Gemüse, die Menge täglich verdoppeln. Alle drei Tage ein neues Gemüse dazunehmen, insgesamt vier bis fünf Sorten. Danach kommt Fleisch oder Fisch dazu. In dieser Phase wird auch Gluten eingeführt – etwa als Brotrinde oder Zwieback.
- Zweiter Monat: eine Obstmahlzeit kommt dazu.
- Dritter Monat: ein Getreidebrei kommt dazu.
Begonnen wird immer mit zwei bis drei Teelöffeln und dann langsam und schrittweise gesteigert. Wie viel Ihr Kind insgesamt braucht, sagt Ihnen Ihr Kind: Hunger- und Sättigungsgefühl sind der Maßstab, nicht das, was im Glas übrig bleibt.
Was auf den Teller gehört
- Nährstoffreich: Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Getreide, Fleisch, Fisch
- Eisenreich: Fleisch (Rind, Kalb, Schwein), Getreide in Kombination mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln (Vollkornmehl, Flocken), Hülsenfrüchte
- Zinkreich: Fleisch (Rind, Kalb, Schwein), Getreide (Vollkornmehl, Flocken), Eigelb
- Pflanzliche Öle: Lein-, Raps-, Walnuss-, Soja-, Weizenkeim- und Olivenöl – reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
Zwei Regeln, die beim Eisen den Unterschied machen. Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme deutlich – ein Schuss Orangensaft oder etwas Obst zum Getreidebrei lohnt sich. Calcium aus Milchprodukten vermindert sie dagegen. Milchprodukte und eisenreiche Mahlzeiten also besser nicht in einem Aufwasch.
Der Brei soll nicht zu dünnflüssig sein: Angepeilt wird eine Energiedichte von etwa einer Kilokalorie pro Gramm, dafür sorgt unter anderem der Öl-Zusatz. Der Eiweißbedarf liegt bei rund 10 Gramm am Tag – das entspricht etwa 50 g Fleisch oder Fisch, 50 g Kichererbsen, 80 g Hühnerei, 100 g Getreide oder 200 g eines Fleisch-Karotten-Erbsen-Breis.
Was nicht auf den Teller gehört
- Honig – Gefahr des Säuglingsbotulismus
- Kuhmilch als Getränk – zu hoher Eiweißgehalt
- roher Fisch, rohes Fleisch, rohes Ei – Salmonellen
- Salz, Pfeffer, Chili, Säuren, Zucker
- Schinken, Speck, Wurst – Salz- und Nitritgehalt
- Nüsse, Samen, Körner, Beeren, Hülsenfrüchte im Ganzen, Fisch mit Gräten – Aspirationsgefahr, also die Gefahr, dass etwas in die Luftröhre gerät
Trinken
Ab Beginn der Beikost gehört Wasser dazu – nicht abgekocht, ganz normales Trinkwasser. Anfangs wird wenig getrunken, mit festerer Kost steigt die Menge. Zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat liegt der Gesamtflüssigkeitsbedarf bei rund 800 bis 1.000 Millilitern am Tag – darin ist die Milch enthalten.
Gluten und Zöliakie
Gluten wird nicht gemieden, sondern gezielt eingeführt. Kleine Mengen Gluten zwischen der 17. und 26. Lebenswoche, während weitergestillt wird, können der Entstehung von Zöliakie, Typ-1-Diabetes und Weizenallergie vorbeugen.
Empfohlen werden weniger als 7 Gramm Gluten – das ist ein halber Zwieback, 15 g Brot, ein Esslöffel Teigwaren oder ein Teelöffel Grieß beziehungsweise Mehl.
| Glutenhaltig | Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Grünkern, Kamut |
|---|---|
| Glutenfrei | Hirse, Quinoa, Buchweizen, Amarant, Reis, Mais, Kartoffeln |
Allergievorbeugung
Empfohlen wird ausschließliches Stillen in den ersten vier Lebensmonaten und Weiterstillen während der Beikosteinführung.
Potenziell allergene Lebensmittel wie Fisch oder Ei wegzulassen oder später einzuführen, bringt nichts. Es hat keine positiven Auswirkungen auf die Allergievorbeugung. Wer sie aus Vorsicht meidet, verzichtet also ohne Nutzen auf wertvolle Nährstoffe. Etwas anderes gilt, wenn bei Ihrem Kind bereits eine Allergie bekannt ist – dann besprechen wir das im Einzelfall.
Wie Kinder Geschmack lernen
Geschmacksvorlieben entwickeln sich sehr früh, und sie entstehen durch Wiederholung. Damit ein Kind ein unbekanntes Lebensmittel akzeptiert, muss es zehn- bis sechzehnmal die Gelegenheit bekommen, es zu kosten. Mehrmaliges Anbieten ohne Zwang erhöht die Akzeptanz – je häufiger ein Kind etwas angeboten bekommt, desto wahrscheinlicher probiert es und gewöhnt sich daran.
Der zweite Hebel sind Sie selbst. Kinder lernen durch Nachahmung. Das Essverhalten der Eltern und Bezugspersonen prägt das Essverhalten des Kindes. Wer Gemüse und Obst sichtbar gern isst, lädt zum Mitmachen ein. Kinder probieren Unbekanntes deutlich lieber, wenn nahe Bezugspersonen in ihrem Beisein dasselbe am Familientisch essen.
Häufige Fragen
Ab wann darf mein Baby Beikost bekommen?
Frühestens mit Beginn des 5. Monats, also ab der 17. Lebenswoche, und spätestens mit Beginn des 7. Monats, also bis zur 26. Lebenswoche. Die meisten Kinder beginnen rund um den sechsten Lebensmonat. Entscheidend ist der Entwicklungsstand: Ihr Kind sollte mit wenig Hilfe aufrecht sitzen können, den Kopf selbst halten und Interesse am Essen zeigen.
Zu welcher Tageszeit soll ich Beikost anbieten?
Dazu gibt es keine Daten und keine Studien. Sie können sich also nach dem richten, was in Ihren Tagesablauf passt. Üblich ist der Beginn mit dem Mittagessen.
Wie viel soll mein Kind essen?
So viel, wie es mag. Hunger- und Sättigungsgefühl des Kindes sind der Maßstab für die nötige Menge. Begonnen wird mit zwei bis drei Teelöffeln, dann wird langsam und schrittweise gesteigert.
Mein Kind verweigert ein Gemüse immer wieder. Was tun?
Weiter anbieten, aber ohne Zwang. Damit ein Kind ein unbekanntes Lebensmittel akzeptiert, braucht es zehn bis sechzehn Gelegenheiten, es zu kosten. Hilfreich ist außerdem, wenn Sie dasselbe in seinem Beisein am Familientisch essen – Kinder lernen durch Nachahmung.
Soll ich Fisch und Ei zur Sicherheit später einführen?
Nein. Potenziell allergene Lebensmittel wegzulassen oder später einzuführen hat keine positiven Auswirkungen auf die Allergievorbeugung. Wenn bei Ihrem Kind bereits eine Allergie bekannt ist, besprechen wir das im Einzelfall.
Darf mein Baby Kuhmilch bekommen?
Nicht als Getränk im ersten Lebensjahr – der Eiweißgehalt ist zu hoch. Zum Trinken gehört ab Beginn der Beikost Wasser dazu, dazu weiterhin Muttermilch oder Säuglingsnahrung.
Ausführlich und auf Ihr Kind zugeschnitten besprechen wir das in der Ernährungsberatung – die Beikosteinführung ist dort ein eigener Schwerpunkt. Rund ums Stillen führt die Stillberatung weiter. Termine vereinbaren Sie über die Online-Terminvereinbarung.
Quellen
- Österreichische Beikostempfehlungen – Richtig essen von Anfang an, Initiative von Sozialministerium, Österreichischer Gesundheitskasse und AGES
- Beikost – Ernährung des Babys – Gesundheitsportal des Bundes
Zuletzt aktualisiert: September 2026