Meningokokken: Schutzimpfungen

Meningokokken sind Bakterien, die innerhalb weniger Stunden aus einem gesunden Kind einen Notfall machen können – mit einer Hirnhautentzündung oder einer Blutvergiftung. Genau deshalb wird gegen sie geimpft, obwohl Erkrankungen selten sind. In Österreich sind zwei Impfungen vorgesehen, die unterschiedliche Serogruppen abdecken – und nur eine davon ist kostenfrei. In der Kinderarztpraxis Schumanngasse in Wien 1170 haben wir beide vorrätig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Impfungen: gegen die Gruppe B und gegen die Gruppen A, C, W und Y zusammen.
  • Die B-Impfung ist ab dem vollendeten 2. Lebensmonat für alle Kinder und Jugendlichen empfohlen.
  • Die ACWY-Impfung wird zweimal empfohlen: einmal im 13. Lebensmonat und noch einmal ab dem vollendeten 10. Lebensjahr.
  • Kostenfrei ist nur die ACWY-Impfung vom vollendeten 10. bis zum vollendeten 13. Lebensjahr.
  • Beide Impfungen haben wir im Haus vorrätig. Sie müssen nichts vorher besorgen.

Wogegen die Impfung schützt

Meningokokken werden von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen – beim Husten, Niesen, Küssen oder über gemeinsam benutzte Gläser. Übertragen wird vor allem dort, wo Menschen engen Kontakt haben: im Kindergarten, in der Schule, später auf Partys. Ein Teil der Jugendlichen trägt die Bakterien im Nasen-Rachen-Raum, ohne selbst zu erkranken, und kann sie trotzdem weitergeben.

Zwischen Ansteckung und Erkrankung vergehen ein bis zehn Tage, meist weniger als vier. Kommt es zur Erkrankung, verläuft sie als Blutvergiftung, als Hirnhautentzündung oder als beides zusammen.

Warum trotz Seltenheit geimpft wird. Eine invasive Meningokokken-Erkrankung kann innerhalb weniger Stunden aus voller Gesundheit zum Tod führen. Die Blutvergiftung endet in etwa 30 von 100 Fällen tödlich. Und das Tückische: Gerade die schnellsten Verläufe zeigen anfangs noch normale Blutwerte und sind in den ersten Stunden nicht von einem banalen Infekt zu unterscheiden.

Am häufigsten trifft es Säuglinge und Kleinkinder sowie Jugendliche und junge Erwachsene – ab etwa zehn Jahren beginnt ein zweiter Erkrankungsgipfel. Das erklärt, warum die ACWY-Impfung genau in diesem Alter noch einmal empfohlen wird.

Die zwei Impfungen im Überblick

Impfung Empfohlen Kostenfrei
Meningokokken B ab dem vollendeten 2. Lebensmonat, für alle Kinder und Jugendlichen nein
Meningokokken A, C, W, Yein Impfstoff gegen vier Serogruppen möglichst früh im 13. Lebensmonat, einmalig – Nachholen bis zum vollendeten 10. Lebensjahr empfohlen nein
Meningokokken A, C, W, Yzweite Gabe im Jugendalter vom vollendeten 10. bis zum vollendeten 13. Lebensjahr ja

Die ACWY-Impfung im Jugendalter gilt für alle – auch für Kinder, die als Kleinkind bereits gegen Meningokokken C oder ACWY geimpft wurden. Der Grund ist der zweite Erkrankungsgipfel, der mit etwa zehn Jahren beginnt.

Die ACWY-Impfung wird ausdrücklich auch dann empfohlen, wenn Jugendliche in eine Gemeinschaftseinrichtung eintreten – Studentenheim, Kaserne – oder wenn eine Reise in ein Land mit erhöhtem Infektionsrisiko ansteht, etwa bei einer Schulveranstaltung.

Wie viele Teilimpfungen nötig sind, hängt vom Alter Ihres Kindes bei der ersten Impfung ab und vom verwendeten Impfstoff. Das legen wir beim Termin gemeinsam fest – Sie müssen das vorher nicht wissen.

Was kostenfrei ist und was nicht

Von den Meningokokken-Impfungen ist nur eine im kostenfreien Kinderimpfprogramm enthalten: die ACWY-Impfung vom vollendeten 10. bis zum vollendeten 13. Lebensjahr.

Die B-Impfung und die ACWY-Impfung im Kleinkindalter sind empfohlen, aber kostenpflichtig. Der Impfstoff wird dabei separat verrechnet.

Für die ärztliche Leistung fällt nichts zusätzlich an. Ein Impftermin ist bei uns ein gewöhnlicher Ordinationstermin – es gilt das Honorar der Kinderarztordination, unabhängig davon, wie viele Impfungen an diesem Tag verabreicht werden.

Wie eine Impfung bei uns abläuft

  • Beratung. Wozu die Impfung dient, was möglich ist an unerwünschten Wirkungen, und was eine Erkrankung bedeuten würde. Dafür ist Zeit eingeplant.
  • Untersuchung. Vor jeder Impfung wird Ihr Kind angesehen, um eine akute Erkrankung auszuschließen.
  • Impfung und Nachbeobachtung. Danach bleiben Sie noch kurz bei uns.

Sie möchten zuerst nur reden und noch nicht impfen lassen? Dann vereinbaren Sie einfach einen normalen Termin. An diesem Tag muss nichts geimpft werden.

Welche Impfreaktionen sind möglich?

Die beiden Impfungen unterscheiden sich hier deutlich voneinander.

Impfung Was zu erwarten ist
Meningokokken B Diese Impfung löst vergleichsweise starke Reaktionen aus: Fieber sowie Schmerzen, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle treten häufig auf. Sie klingen in der Regel nach wenigen Tagen ab. Wird gleichzeitig gegen anderes geimpft, kann die Reaktion stärker ausfallen.
Meningokokken A, C, W, Y Gut verträglich. Beobachtet werden vor allem Schmerzen an der Einstichstelle und Kopfschmerzen – überwiegend mild und vorübergehend. Schwerwiegende Ereignisse sind sehr selten.

Dass die B-Impfung stärker reagiert, ist bekannt und eingeplant. Wie sich Fieber danach am besten behandeln lässt und ob das vorbeugend sinnvoll ist, besprechen wir vor der Impfung – das hängt vom Alter Ihres Kindes ab.

Häufige Fragen

Warum impfen, wenn die Krankheit so selten ist?

Weil sie im Einzelfall so schnell verläuft. Eine invasive Meningokokken-Erkrankung kann innerhalb weniger Stunden aus voller Gesundheit zum Tod führen, die Blutvergiftung endet in etwa 30 von 100 Fällen tödlich. Dazu kommt, dass gerade die schnellsten Verläufe anfangs normale Blutwerte zeigen und in den ersten Stunden nicht von einem banalen Infekt zu unterscheiden sind. Die Zeit, die für eine Behandlung bleibt, ist kurz.

Mein Kind wurde als Kleinkind schon geimpft – reicht das?

Nein. Die ACWY-Impfung vom vollendeten 10. bis zum vollendeten 13. Lebensjahr wird für alle empfohlen, auch für Kinder, die als Kleinkind bereits gegen Meningokokken C oder ACWY geimpft wurden. Mit etwa zehn Jahren beginnt ein zweiter Erkrankungsgipfel, und genau dafür ist diese Impfung gedacht. Sie ist in diesem Zeitfenster außerdem kostenfrei.

Warum ist die B-Impfung nicht kostenfrei?

Das ist eine Entscheidung des kostenfreien Impfprogramms, nicht eine Frage der Wichtigkeit. Der Impfplan Österreich empfiehlt die B-Impfung für alle Kinder und Jugendlichen ab dem vollendeten 2. Lebensmonat – im Programm enthalten ist aber nur die ACWY-Impfung im Jugendalter. Was der Impfstoff kostet, sagen wir Ihnen beim Termin.

Mein Kind hatte Kontakt zu einem erkrankten Kind – reicht eine Impfung?

Nein, und das ist wichtig: Die Impfung kann eine vorbeugende Antibiotikabehandlung nach engem Kontakt nicht ersetzen. Für Haushaltsmitglieder und enge Kontaktpersonen wird unabhängig vom Impfstatus eine Antibiotikaprophylaxe empfohlen, die Impfung kommt zusätzlich dazu. Rufen Sie uns in so einem Fall bitte an.

Kann mein Kind mehrere Impfungen am selben Tag bekommen?

Ja. Zu beachten ist nur, dass die B-Impfung stärker reagieren kann, wenn gleichzeitig gegen anderes geimpft wird. Wir planen das beim Termin gemeinsam mit Ihnen.

Alles zu unserem Impfangebot steht unter Impfungen. Zu den weiteren Impfungen im Kindesalter lesen Sie unter Sechsfach-Impfung, Pneumokokken und Masern-Mumps-Röteln. Wer bei uns impft, sehen Sie unter Kinderarzt.

Quellen

Zuletzt aktualisiert: September 2026