Tetanus
Wundstarrkrampf – fachlich Tetanus – entsteht nicht durch Ansteckung, sondern durch eine Verletzung. Die Erreger stecken in Erde und Staub, und schon ein Holzsplitter oder ein Dorn kann als Eintrittsstelle genügen. Die Erkrankung ist selten geworden, verläuft aber schwer: Mehr als jede fünfte Erkrankung endet tödlich. In der Kinderarztpraxis Schumanngasse in Wien 1170 impfen alle unsere Kinderfachärztinnen und Kinderfachärzte dagegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Tetanus wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Der Erreger kommt aus Erde und Staub.
- Drei Impfungen im Säuglingsalter, im Rahmen der Sechsfach-Impfung.
- Zwei Auffrischungen im Kindesalter, danach lebenslang alle fünf Jahre.
- Kostenfrei für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr.
- Bei einer Verletzung zählt der Impfschutz. Ist er vollständig, erspart das aufwendige Behandlungen.
Was ist Wundstarrkrampf?
Ausgelöst wird die Erkrankung durch das Gift des Bakteriums Clostridium tetani. Nicht das Bakterium selbst macht krank, sondern der Stoff, den es bildet.
Dieses Gift wandert entlang der Nervenbahnen in Gehirn und Rückenmark und blockiert dort die Verbindungsstellen zwischen den Nerven. Das erklärt das Krankheitsbild: Die Muskeln lassen sich nicht mehr entspannen.
Wie kommt der Erreger in den Körper?
Die Erreger stecken in Staub, Blumen- und Gartenerde sowie in den Ausscheidungen von Tieren – Pferden, Hunden, Meerschweinchen, Rindern, Schafen.
Als Eintrittsstelle kommt jede Art von Verletzung in Frage. Auch kleinste Wunden durch Holzsplitter oder Dornen genügen – und die bleiben oft unbemerkt.
Von Mensch zu Mensch wird Tetanus nicht übertragen. Es gibt also keine Ansteckung im Kindergarten, in der Schule oder in der Familie. Jeder Mensch muss für sich selbst geschützt sein.
Wie verläuft die Erkrankung?
Der Beginn ist unauffällig: allgemeine Mattigkeit, Frösteln, Kopfschmerzen. Dann kommen Muskelversteifungen dazu, vor allem im Bereich von Nacken und Kaumuskulatur, dazu Schluck- und Sprechbeschwerden. Krämpfe werden durch äußere Reize ausgelöst.
Die Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur führt zu einem charakteristischen Gesichtsausdruck. Später tritt eine anfallsartige Starre des ganzen Körpers ein. Über das Nervensystem kommt es zu Blutdruckschwankungen, Durchblutungsstörungen und Kreislaufproblemen. Krämpfe der Atemmuskulatur können zum Atemstillstand führen.
Die Sterblichkeit liegt bei über 20 Prozent. Das ist der Grund, warum bei Tetanus nicht auf die Erkrankung gewartet wird, obwohl sie selten geworden ist: Es gibt keinen Gemeinschaftsschutz, der die Ungeimpften mitträgt, und der Verlauf ist auch mit intensivmedizinischer Behandlung schwer.
Was tun bei einer Verletzung?
Zwei Dinge zählen:
- Die Wunde sorgfältig reinigen.
- Den Impfstatus kennen. Eine vollständige Impfung schützt vor der Erkrankung und erspart im Verletzungsfall aufwendige Behandlungen.
Was dann zu tun ist, hängt allein vom Impfstatus ab. In Österreich wird dabei nicht zwischen sauberen und verschmutzten Wunden unterschieden:
| Impfstatus | Impfung | Immunglobulin |
|---|---|---|
| unbekannt | ja | ja |
| 1 Dosis | ja | ja |
| 2 Dosen | ja | nein |
| 3 Dosen, letzte vor höchstens 5 Jahren | nein | nein |
| 3 Dosen, letzte vor mehr als 5 Jahren | ja | nein |
Die Fünf-Jahres-Regel ist das Entscheidende. Liegt die letzte von drei Impfungen höchstens fünf Jahre zurück, ist nach einer Verletzung nichts zu tun. Liegt sie länger zurück, wird aufgefrischt – und zwar bevorzugt mit einem Kombinationsimpfstoff, der auch gegen Keuchhusten schützt.
Bei Säuglingen und Kleinkindern mitten in der Grundimmunisierung gilt eine Sonderregel: Liegt die Verletzung mehr als vier Wochen nach der zweiten Dosis, wird die dritte Dosis vorgezogen. Liegt sie davor, wird sofort Immunglobulin gegeben und die dritte Dosis vier Wochen später.
Wenn Ihr Kind sich verletzt hat und Sie unsicher sind, wann zuletzt geimpft wurde: rufen Sie uns an. Wir sehen im Impfpass nach und entscheiden gemeinsam, ob eine Auffrischung nötig ist.
Ab wann und wie oft wird geimpft?
Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen und erfolgt in der Regel im Rahmen der Sechsfach-Impfung. Danach folgen Auffrischungen mit Kombinationsimpfstoffen.
| Schritt | Zeitpunkt und Impfstoff |
|---|---|
| 1. Teilimpfung | ehestmöglich ab der vollendeten 6. Lebenswoche, jedenfalls im 3. Lebensmonat – als Sechsfach-Impfung |
| 2. Teilimpfung | zwei Monate nach der ersten |
| 3. Teilimpfung | im Alter von 10 bis 12 Monaten |
| 1. Auffrischung | im 6. Lebensjahr, bevorzugt vor Schuleintritt – als Vierfach-Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung |
| 2. Auffrischung | nach fünf Jahren, spätestens in der 8. Schulstufe beziehungsweise im 14. bis 15. Lebensjahr |
| danach | alle fünf Jahre, lebenslang |
Sind bereits mindestens zwei Auffrischungen gegen Kinderlähmung erfolgt, genügt für alle weiteren ein Dreifach-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten.
Was kostet die Tetanus-Impfung?
Die Impfung ist kostenfrei – für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr, und zwar sowohl die Grundimmunisierung als auch die beiden Auffrischungen im Kindesalter.
Für die ärztliche Leistung fällt nichts zusätzlich an. Ein Impftermin ist bei uns ein gewöhnlicher Ordinationstermin – es gilt das Honorar der Kinderarztordination, unabhängig davon, wie viele Impfungen an diesem Tag verabreicht werden.
Welche Impfreaktionen sind möglich?
Die Grundimmunisierung gegen Tetanus steckt im selben Sechsfach-Impfstoff wie die gegen Keuchhusten. Die möglichen Impfreaktionen sind deshalb dieselben – sie betreffen ohnehin alle sechs Komponenten gemeinsam und lassen sich nicht einer einzelnen zuordnen.
Am häufigsten sind Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber ab 38 °C sowie Schwellung, Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle. Die vollständige Aufstellung nach Häufigkeit finden Sie unter Keuchhusten.
Häufige Fragen
Mein Kind hat sich an einem rostigen Nagel verletzt – reicht die Impfung?
Wenn der Impfschutz vollständig ist, schützt er unabhängig davon, woran die Verletzung entstanden ist. In Österreich wird nach einer Verletzung nicht zwischen sauberen und verschmutzten Wunden unterschieden – entscheidend ist allein, wann zuletzt geimpft wurde. Liegen drei Impfungen vor und ist die letzte höchstens fünf Jahre her, ist nichts weiter zu tun. Reinigen Sie die Wunde sorgfältig und sehen Sie im Impfpass nach. Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie uns an.
Warum muss man gegen Tetanus ein Leben lang auffrischen?
Weil es bei Tetanus keinen Gemeinschaftsschutz gibt. Der Erreger kommt aus der Erde, nicht von anderen Menschen – geschützt ist nur, wer selbst geimpft ist. Nach der Grundimmunisierung und den beiden Auffrischungen im Kindesalter sind weitere Auffrischungen alle fünf Jahre vorgesehen.
Kann sich mein Kind bei jemandem anstecken?
Nein. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt nicht.
Wir haben den Impfpass verloren – was jetzt?
Bringen Sie mit, was Sie haben, und rufen Sie uns an. Ist der Impfstatus im Verletzungsfall unbekannt, muss möglichst früh gleichzeitig aktiv und passiv geimpft werden. Das lässt sich vermeiden, wenn wir den Stand rechtzeitig klären.
Alles zu unserem Impfangebot steht unter Impfungen. Die Sechsfach-Impfung schützt auch gegen Keuchhusten. Wer bei uns impft, sehen Sie unter Kinderarzt.
Quellen
- Impfplan Österreich 2025/2026, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, gemeinsam mit dem Nationalen Impfgremium – Tabelle „Tetanusprophylaxe nach Verletzungen"
- Tetanus (Wundstarrkrampf), Sozialministerium, Infektionskrankheiten A–Z
- Gebrauchsinformation des Sechsfach-Impfstoffs, bereitgestellt vom Sozialministerium
Zuletzt aktualisiert: September 2026