Keuchhusten

Keuchhusten ist hochansteckend, und in Österreich nehmen die Fälle stark zu. Für Säuglinge kann die Erkrankung lebensgefährlich sein – gerade in den ersten Lebensmonaten, in denen der eigene Impfschutz noch nicht aufgebaut ist. In der Kinderarztpraxis Schumanngasse in Wien 1170 impfen alle unsere Kinderfachärztinnen und Kinderfachärzte dagegen, im Rahmen der Sechsfach-Impfung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Teilimpfungen im Säuglingsalter, in der Regel als Sechsfach-Impfung.
  • Die erste Impfung ab der vollendeten 6. Lebenswoche, jedenfalls im 3. Lebensmonat.
  • Kostenfrei für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr.
  • Die erste Auffrischung ist vorgezogen – wegen der aktuellen Lage bereits im 6. Lebensjahr, am besten vor Schuleintritt.
  • Der Schutz hält nicht lebenslang. Auffrischungen sind ein Leben lang empfohlen.

Was ist Keuchhusten?

Keuchhusten – fachlich Pertussis – ist eine hochansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, ausgelöst vor allem durch das Bakterium Bordetella pertussis. Übertragen wird es beim Husten, Niesen und über die Atemluft.

Ansteckend ist man vom ersten Husten an bis etwa fünf Wochen nach Krankheitsbeginn, besonders stark in den ersten beiden Wochen. Erkranken können Menschen jeden Alters.

Wie verläuft die Erkrankung?

Der Beginn ist oft unauffällig: Schnupfen und Reizhusten, Fieber muss nicht auftreten. Genau in dieser Zeit ist die Ansteckungsgefahr am größten.

Nach ein bis zwei Wochen folgt das typische Bild: bellende, stoß- und krampfartige Hustenanfälle, teils bis zum Erbrechen, besonders quälend in der Nacht. Diese Hustenattacken können Wochen bis Monate anhalten.

Bei 30 bis 40 schweren Hustenanfällen am Tag kann es zu Lungenüberblähung, Blutungen der Bindehäute, eitriger Bronchitis, Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder Asthma kommen. Führt ein Anfall zu Sauerstoffmangel, drohen Schädigungen des Gehirns, Blutungen mit Krämpfen und Bewusstseinsstörungen.

Für Säuglinge ist Keuchhusten besonders gefährlich. Bei ihnen treten statt der typischen Hustenanfälle mitunter Atemstillstände auf, die zum plötzlichen Tod führen können. Dazu kommen schwere Verläufe mit begleitender Lungenentzündung. Wenn Ihr Säugling anfallsartig hustet, blau anläuft oder Atempausen hat, ist das ein Notfall – wählen Sie die 144.

Warum erkranken jetzt wieder so viele?

In Österreich wird eine starke Zunahme der Krankheitsfälle beobachtet. Auffällig ist vor allem der Anstieg im Erwachsenenalter – besonders betroffen sind die 40- bis 45-Jährigen, deutlich zugenommen haben die Fälle auch bei den 15- bis 20-Jährigen und den 65- bis 70-Jährigen.

Der Grund ist derselbe für alle Altersgruppen: Die Schutzwirkung lässt innerhalb weniger Jahre nach – nach einer Impfung ebenso wie nach einer durchgemachten Erkrankung. Wer als Kind geimpft wurde und seither nichts aufgefrischt hat, ist heute nicht mehr geschützt.

Das ist auch der Grund, warum Erwachsene für Säuglinge zur Gefahr werden können: Bei ihnen verläuft Keuchhusten oft als hartnäckiger Husten, den niemand für Keuchhusten hält.

Ab wann und wie oft wird geimpft?

Die Grundimmunisierung besteht aus drei Teilimpfungen und erfolgt in der Regel im Rahmen der Sechsfach-Impfung – zusammen mit Diphtherie, Tetanus, Hepatitis B, Kinderlähmung und Haemophilus influenzae Typ b.

Schritt Zeitpunkt
1. Teilimpfung ehestmöglich ab der vollendeten 6. Lebenswoche, jedenfalls im 3. Lebensmonat
2. Teilimpfung zwei Monate nach der ersten
3. Teilimpfung im Alter von 10 bis 12 Monaten
1. Auffrischung im 6. Lebensjahr, bevorzugt noch vor Schuleintritt
2. Auffrischung nach fünf Jahren, spätestens im 14. bis 15. Lebensjahr (8. Schulstufe)
danach weitere Auffrischungen alle fünf Jahre

Dass die erste Auffrischung bereits im 6. Lebensjahr empfohlen wird, ist neu und eine Reaktion auf die aktuelle Keuchhusten-Situation.

Was kostet die Keuchhusten-Impfung?

Die Impfung ist kostenfrei – sie steht für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr im kostenfreien Impfprogramm zur Verfügung.

Für die ärztliche Leistung fällt nichts zusätzlich an. Ein Impftermin ist bei uns ein gewöhnlicher Ordinationstermin – es gilt das Honorar der Kinderarztordination, unabhängig davon, wie viele Impfungen an diesem Tag verabreicht werden.

Warum die Impfung rund um die Geburt so wichtig ist

Ein Säugling kann frühestens ab der vollendeten sechsten Lebenswoche geimpft werden, und der Schutz baut sich erst über die weiteren Teilimpfungen auf. In genau diesem Zeitfenster ist das Risiko eines schweren Verlaufs am höchsten.

Deshalb ist die Impfung nicht nur für den Säugling selbst besonders wichtig, sondern auch für Schwangere – als Nestschutz für das Kind – und für alle, die im Umfeld eines Säuglings leben.

Für Schwangere ist das dritte Schwangerschaftsdrittel der empfohlene Zeitraum, genauer die 27. bis 36. Schwangerschaftswoche – und zwar unabhängig davon, wie lange die letzte Keuchhusten-Impfung zurückliegt. Wurde in der Schwangerschaft nicht geimpft, kann die Impfung im Wochenbett nachgeholt werden: Auch über die Muttermilch werden Antikörper gegen Keuchhusten übertragen.

Im Umfeld eines Neugeborenen sollten alle einen aufrechten Impfschutz haben – Mutter, Vater, Großeltern, Geschwister, Babysitterin, Tagesmutter oder Tagesvater. Für Erwachsene ist eine Auffrischung alle fünf Jahre vorgesehen, mit einem Dreifach-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten.

Wenn Sie schwanger sind, sprechen Sie das bitte mit der Ärztin oder dem Arzt an, die Sie in der Schwangerschaft betreuen. Für die eigene Auffrischung als Erwachsener ist die Hausärztin oder der Hausarzt die richtige Adresse.

Wie lange ist mein Kind ansteckend?

Das hängt davon ab, ob mit Antibiotika behandelt wird.

  • Ohne Antibiotika: Kontakte zu anderen Menschen sollten 21 Tage ab Beginn des Hustens strikt vermieden werden – vor allem zu Säuglingen, zu Schwangeren im letzten Schwangerschaftsdrittel und zu Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
  • Mit Antibiotika: Die Behandlung verkürzt die Ansteckungsfähigkeit auf fünf Tage.

Die Antibiotika-Therapie sollte so früh wie möglich beginnen. Sie verkürzt nicht nur die Zeit, in der Ihr Kind andere anstecken kann – sie unterbricht auch die Infektionskette in Kindergarten, Schule und Familie.

Welche Impfreaktionen sind möglich?

Die folgenden Angaben stammen aus der Gebrauchsinformation des in Österreich verwendeten Sechsfach-Impfstoffs. Sie betreffen also alle sechs Komponenten gemeinsam, nicht nur die gegen Keuchhusten.

Häufigkeit Was auftreten kann
sehr häufigmehr als 1 von 10
  • Schläfrigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber ab 38 °C
  • Schwellung, Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle
  • ungewöhnliches Schreien, Reizbarkeit, Ruhelosigkeit
häufigbis zu 1 von 10
  • Durchfall, Erbrechen
  • Fieber über 39,5 °C
  • Schwellung über 5 cm oder Verhärtung an der Einstichstelle
  • Unruhe
gelegentlichbis zu 1 von 100
  • Infekt der oberen Atemwege, Husten
  • Müdigkeit
  • ausgedehnte Schwellung des geimpften Arms oder Beins
seltenbis zu 1 von 1.000
  • Bronchitis, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung
  • vermehrte Blutungsneigung oder Blutergüsse
  • vorübergehende Atempausen
  • Schwellung von Gesicht, Lippen, Mund, Zunge oder Rachen

Sehr selten kommt es – wie bei allen Keuchhusten-Impfstoffen – zu Kollaps, kurzer Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen, meist zwei bis drei Tage nach der Impfung. Sollte das auftreten, melden Sie sich bitte umgehend bei uns.

Über die Frage, ob ein fiebersenkendes Mittel vor oder nach der Impfung sinnvoll ist, sprechen wir beim Termin – das hängt vom Kind ab.

Häufige Fragen

Mein Kind ist erkältet – kann es trotzdem geimpft werden?

Ein leichter Infekt spricht in der Regel nicht gegen die Impfung. Bei einer schweren Infektion mit Fieber über 38 °C wird verschoben. Wir sehen Ihr Kind vor jeder Impfung an und entscheiden das gemeinsam.

Warum wird gegen sechs Krankheiten auf einmal geimpft?

Weil es für Ihr Kind weniger Stiche und weniger Termine bedeutet. Die Grundimmunisierung gegen Keuchhusten erfolgt in Österreich standardmäßig als Sechsfach-Impfung, zusammen mit Diphtherie, Tetanus, Hepatitis B, Kinderlähmung und Haemophilus influenzae Typ b.

Mein Kind hatte schon Keuchhusten – muss es trotzdem geimpft werden?

Ja. Auch nach einer durchgemachten Erkrankung lässt der Schutz innerhalb weniger Jahre nach. Regelmäßige Auffrischungen sind lebenslang empfohlen.

Ist eine Impfung noch sinnvoll, wenn ein Termin versäumt wurde?

Ja. Wichtig ist, dass die Impfserie abgeschlossen wird – sonst besteht möglicherweise kein vollständiger Schutz. Vereinbaren Sie einfach einen neuen Termin, wir ordnen die weiteren Schritte dann ein.

Wann soll ich mich in der Schwangerschaft impfen lassen?

Empfohlen ist das dritte Schwangerschaftsdrittel, genauer die 27. bis 36. Schwangerschaftswoche – unabhängig davon, wie lange Ihre letzte Keuchhusten-Impfung zurückliegt. Wurde in der Schwangerschaft nicht geimpft, lässt sich das im Wochenbett nachholen, weil auch über die Muttermilch Antikörper übertragen werden. Besprechen Sie den Termin bitte mit der Ärztin oder dem Arzt, die Sie in der Schwangerschaft betreuen.

Wie lange ist mein Kind ansteckend?

Ohne Antibiotika sollten Kontakte 21 Tage ab Beginn des Hustens strikt vermieden werden – vor allem zu Säuglingen, zu Schwangeren im letzten Schwangerschaftsdrittel und zu Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Eine Antibiotika-Therapie verkürzt die Ansteckungsfähigkeit auf fünf Tage und sollte deshalb so früh wie möglich beginnen.

Alles zu unserem Impfangebot steht unter Impfungen. Zu den weiteren Impfungen im Kindesalter lesen Sie unter Tetanus, Pneumokokken und Windpocken. Wer bei uns impft, sehen Sie unter Kinderarzt.

Quellen

Zuletzt aktualisiert: September 2026