Grippeimpfung

Die echte Grippe heißt Influenza und hat mit einer Verkühlung wenig zu tun: Sie beginnt plötzlich, mit hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl. Kinder erkranken nicht nur selbst schwer – sie spielen auch eine wichtige Rolle bei der Übertragung. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Impfung als Nasenspray, ganz ohne Stich. In der Kinderarztpraxis Schumanngasse in Wien 1170 gibt es die Grippeimpfung für Ihr Kind jedes Jahr ab Mitte Oktober.

Das Wichtigste in Kürze

  • Empfohlen für alle ab dem vollendeten 6. Lebensmonat.
  • Ab dem 2. Geburtstag als Nasenspray – ohne Spritze.
  • Bis zum vollendeten 9. Lebensjahr braucht die erste Grippeimpfung zwei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen.
  • Jedes Jahr neu, weil sich die Influenzaviren laufend verändern.
  • Der beste Zeitpunkt ist Mitte Oktober bis November. Die Grippewelle beginnt in Österreich meist Ende Dezember oder im Jänner.
  • Im öffentlichen Impfprogramm gratis – für alle.

Grippe oder grippaler Infekt – was ist der Unterschied?

Die beiden Begriffe klingen ähnlich und werden im Alltag ständig verwechselt. Gemeint sind zwei verschiedene Erkrankungen.

  Grippaler Infekt (Verkühlung) Influenza (echte Grippe)
Beginn allmählich plötzlich
Fieber kein oder nur leichtes Fieber hohes Fieber
Beschwerden Schnupfen, Husten, Halsschmerzen schweres, langanhaltendes Krankheitsgefühl, Muskel- und Gliederschmerzen, starke Kopf- und Halsschmerzen, Husten; auch Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen
Mögliche Folgen meist folgenlos Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung, in schweren Fällen tödlicher Verlauf

Die Impfung schützt nur vor der echten Grippe. Grippale Infekte kann Ihr Kind trotzdem bekommen – das ist kein Zeichen dafür, dass die Impfung nicht gewirkt hat.

Wie wird die Grippe übertragen?

Influenzaviren werden von Mensch zu Mensch übertragen, in erster Linie durch Tröpfchen in der Atemluft – beim Niesen, Husten oder Sprechen. Auch über mit Viren verunreinigte Hände und Gegenstände ist eine Übertragung möglich.

Kinder spielen eine wichtige Rolle bei der Übertragung und Verbreitung. Das ist einer der Gründe, warum die Impfung für Kinder empfohlen wird: Modellrechnungen zeigen, dass die Impfung von Kindern die Ausbreitung in der Gesamtbevölkerung verlangsamen oder reduzieren kann. Ihr Kind schützt damit auch die Großeltern.

Warum ist die Grippeimpfung gerade für Kinder empfohlen?

Besonders kleine Kinder haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. Auch Kinder können schwer erkranken und an Influenza sterben.

Ein höheres Risiko haben außerdem Menschen ab 60 Jahren, Schwangere und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen.

Wie ernst die Erkrankung ist, zeigt eine Zahl aus dem Impfplan Österreich: In Österreich sterben im Durchschnitt über 1.000 Menschen pro Jahr an Influenza. Die Grippewelle 2024/25 begann in der letzten Dezemberwoche und dauerte mit über 16 Wochen ungewöhnlich lang.

Antibiotika helfen bei Influenza nicht. Sie wirken ausschließlich gegen Bakterien – die Grippe wird von Viren ausgelöst. Und im Vergleich zu einem grippalen Infekt kann die Influenza deutlich heftiger verlaufen und länger andauern, bis zu zehn Tage.

Welchen Impfstoff bekommt mein Kind bei der Grippeimpfung?

Im öffentlichen Impfprogramm stehen mehrere Impfstoffe zur Verfügung. Für Kinder sind zwei davon relevant:

Alter Impfstoff
ab dem vollendeten 6. Lebensmonat bis zum 2. Geburtstag inaktivierter Impfstoff – die klassische Spritze
vom 2. bis zum 18. Geburtstag Lebendimpfstoff als Nasenspray – ohne Stich, wird einfach in die Nase gegebenDie Spritze ist in diesem Alter ebenfalls möglich.

Für die erste Grippeimpfung eines Kindes ab dem vollendeten 2. Lebensjahr wird ausdrücklich das Nasenspray empfohlen, und auch für Kinder, die in früheren Saisonen schon geimpft wurden. Es weist bei der Erstimpfung ein besseres immunologisches Priming auf als der inaktivierte Impfstoff. Durch die Verabreichung in der Nase kommt es außerdem bereits in der Nasen-Rachen-Schleimhaut zum Kontakt mit dem Impfvirus – so wie bei einem natürlichen Kontakt mit Influenzaviren. Und es ist für Kinder deutlich angenehmer als eine Spritze.

Eine Ausnahme: Kinder und Jugendliche, die unter einer Langzeit-Aspirin-Therapie stehen, dürfen den Lebendimpfstoff als Nasenspray nicht bekommen. Sie werden mit der Spritze geimpft.

Wie oft wird geimpft?

Zwei Regeln, die sich Eltern merken sollten:

  • Wird Ihr Kind bis zum vollendeten 9. Lebensjahr zum ersten Mal geimpft, braucht es zwei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen, damit sich ein vollständiger Schutz aufbaut. Das gilt für beide Impfstoffe – Nasenspray wie Stichimpfung.
  • Danach genügt eine Impfung pro Saison.

Wurde bei der ersten Dosis der Lebendimpfstoff verwendet, sollte auch die zweite Dosis ein Lebendimpfstoff sein – und umgekehrt. Ab der dritten Dosis, also in der nächsten Saison, ist die Wahl frei.

Wenn Ihr Kind zum ersten Mal geimpft wird und noch keine neun Jahre alt ist, vereinbaren Sie am besten gleich beide Termine im Abstand von vier Wochen. Das ist der häufigste Grund, warum ein Grippeschutz am Ende doch unvollständig bleibt: Die zweite Dosis geht unter. Termine können Sie online vereinbaren.

Wann soll geimpft werden?

Der beste Zeitpunkt ist ab Mitte Oktober beziehungsweise im November. Viele Eltern möchten sich schon im September einen Termin sichern – die Impfstoffe sind aber erst ab Mitte Oktober verfügbar. Das hat einen guten Grund: Der Schutz soll den ganzen Winter anhalten, und die Grippewelle beginnt in Österreich meist Ende Dezember oder im Jänner.

Die Impfung kann auch zu einem späteren Zeitpunkt verabreicht werden – auch dann noch, wenn bereits Influenza-Fälle auftreten.

Warum jedes Jahr neu? Influenzaviren verändern sich laufend. Deshalb wird die Zusammensetzung der Impfstoffe jährlich aktualisiert, und deshalb ist die Impfung jährlich empfohlen.

Kann mein Kind mehrere Impfungen am selben Tag bekommen?

Ja. Eine gleichzeitige Impfung gegen Influenza, COVID-19, Pneumokokken oder RSV ist möglich. Dabei sollte eine Impfung am rechten, eine am linken Oberarm verabreicht werden.

Nicht geimpft werden sollte, wer gerade an einer fieberhaften Erkrankung oder einer schwereren akuten Infektion leidet. Die Impfung wird dann im Herbst oder Winter so bald wie möglich nachgeholt.

Was kostet die Grippeimpfung?

Die Influenza-Impfung ist im Rahmen des öffentlichen Impfprogramms von Bund, Ländern und Sozialversicherung für alle gratis.

Für die ärztliche Leistung fällt nichts zusätzlich an. Ein Impftermin ist bei uns ein gewöhnlicher Ordinationstermin – es gilt das Honorar der Kinderarztordination, unabhängig davon, wie viele Impfungen an diesem Tag verabreicht werden.

Welche Impfreaktionen sind möglich?

Die Influenza-Impfung ist grundsätzlich sehr gut verträglich.

Bei der Stichimpfung kann es zu vorübergehenden Reaktionen an der Impfstelle kommen – Schmerzen, Rötung, Schwellung. Auch kurz anhaltendes Fieber, ein leichtes Krankheitsgefühl, Müdigkeit sowie Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen können auftreten. Diese Beschwerden klingen üblicherweise innerhalb weniger Tage folgenlos ab und sind ein Zeichen der normalen Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff.

Sie sind deutlich harmloser als die Symptome und möglichen Komplikationen einer Grippeerkrankung. Eine vollständige Auflistung der beobachteten Nebenwirkungen und ihrer Häufigkeit finden Sie in der Gebrauchsinformation des jeweiligen Impfstoffs.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann mein Kind gegen Grippe geimpft werden?

Ab dem vollendeten 6. Lebensmonat. Bis zum 2. Geburtstag wird mit dem inaktivierten Impfstoff geimpft, also mit der klassischen Spritze. Vom 2. bis zum 18. Geburtstag steht der Lebendimpfstoff als Nasenspray zur Verfügung.

Braucht mein Kind bei der ersten Grippeimpfung wirklich zwei Dosen?

Ja, wenn Ihr Kind das 9. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Bei der ersten Grippeimpfung im Leben sind dann zwei Impfdosen im Abstand von mindestens vier Wochen nötig, um einen vollständigen Schutz aufzubauen. Das gilt für Nasenspray und Stichimpfung gleichermaßen. In den Jahren danach genügt eine Impfung pro Saison. Vereinbaren Sie am besten gleich beide Termine.

Kann mein Kind durch die Impfung die Grippe bekommen?

Nein. Was Eltern häufig verwechseln: Die Impfung schützt vor der echten Grippe, nicht vor grippalen Infekten. Ein Schnupfen kurz nach der Impfung ist deshalb kein Zeichen dafür, dass die Impfung nicht gewirkt hat. Impfreaktionen wie kurz anhaltendes Fieber oder Müdigkeit sind normal und klingen innerhalb weniger Tage ab.

Ist es im Jänner noch sinnvoll zu impfen?

Ja. Der beste Zeitpunkt ist Mitte Oktober oder November, die Impfung kann aber auch später verabreicht werden – auch dann noch, wenn bereits Influenza-Fälle auftreten. Rufen Sie uns an, wenn Sie unsicher sind, ob sich die Impfung für Ihr Kind noch auszahlt.

Was kostet die Grippeimpfung für mein Kind?

Die Impfung selbst ist im öffentlichen Impfprogramm für alle gratis. Für den Termin gilt das gewöhnliche Honorar der Kinderarztordination, unabhängig davon, wie viele Impfungen an diesem Tag verabreicht werden.

Alles zu unserem Impfangebot steht unter Impfungen. Gemeinsam mit der Grippeimpfung möglich sind unter anderem die Impfung gegen Pneumokokken und die passive Immunisierung gegen RSV. Wer bei uns impft, sehen Sie unter Kinderarzt.

Quellen

Zuletzt aktualisiert: September 2026