Hepatitis-B-Impfung
Die Hepatitis-B-Impfung bekommen Kinder in Österreich schon im Säuglingsalter – als eine der sechs Komponenten der Sechsfach-Impfung. Was viele Eltern nicht wissen: Im Schulalter folgt eine eigene Auffrischung, und auch die ist kostenfrei. Wer die Grundimmunisierung als Baby versäumt hat, kann sie in jedem Alter nachholen. In der Kinderarztpraxis Schumanngasse in Wien 1170 impfen wir beides.
Das Wichtigste in Kürze
- Grundimmunisierung ab der vollendeten 6. Lebenswoche, im Rahmen der Sechsfach-Impfung.
- Eine Auffrischung im Schulalter – zwischen dem vollendeten 7. und dem vollendeten 15. Lebensjahr, jedenfalls vor Ende der Schulpflicht.
- Beides kostenfrei im Kinderimpfprogramm.
- Danach in der Regel nichts mehr – weitere Auffrischungen nur bei besonderen Gründen.
- Nachholen ist in jedem Alter möglich, und je früher, desto besser: Das Infektionsrisiko steigt mit dem Alter.
- Auch als Einzelimpfstoff und in Kombination mit Hepatitis A verfügbar.
Warum gegen Hepatitis B geimpft wird
Hepatitis B ist eine Leberentzündung, die durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen wird. Für Kinder ist vor allem eines entscheidend: Je jünger ein Mensch bei der Ansteckung ist, desto wahrscheinlicher wird die Erkrankung chronisch. Bei Säuglingen ist das fast immer der Fall. Aus einer chronischen Hepatitis B kann sich später eine Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickeln.
Genau deshalb wird so früh geimpft – der Schutz muss stehen, bevor überhaupt ein Risiko besteht. Dass die Impfung heute ganz selbstverständlich Teil der Sechsfach-Impfung ist, hat diesen Hintergrund.
Wann die Hepatitis-B-Impfung gegeben wird
| Wann | Was |
|---|---|
| Säuglingsalter | Drei Teilimpfungen, ab der vollendeten 6. Lebenswoche, gemeinsam mit fünf weiteren Komponenten. Die Zeitpunkte stehen auf der Seite zur Sechsfach-Impfung. |
| Schulalter | Eine Auffrischung zwischen dem vollendeten 7. und dem vollendeten 15. Lebensjahr, jedenfalls vor Ende der Schulpflicht im 14. Lebensjahr. |
| Danach | Keine weiteren Auffrischungen und keine Titerkontrollen – außer bei besonderen Gründen, siehe unten. |
Die Auffrischung im Schulalter wird oft übersehen. Der Grund: Die Auffrischungsimpfung im Volksschulalter enthält Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung – Hepatitis B ist darin nicht enthalten und braucht deshalb einen eigenen Termin. Bringen Sie zur nächsten Untersuchung den Impfpass mit, dann sehen wir gemeinsam nach, ob sie schon erfolgt ist.
Wenn die Impfung als Baby versäumt wurde
Dann wird sie nachgeholt, und zwar möglichst bald. Der Impfplan begründet das klar: Ab dem Kleinkindalter steigt das Infektionsrisiko. Nachholen ist in jedem Lebensalter möglich und bis zum vollendeten 60. Lebensjahr empfohlen.
Für ältere Kinder und Jugendliche, für die die Sechsfach-Impfung nicht mehr in Frage kommt, gibt es Einzelimpfstoffe gegen Hepatitis B. Bei Kindern liegt die zweite Dosis ein bis zwei Monate nach der ersten. Ebenfalls möglich ist die Kombination mit Hepatitis A – sinnvoll vor allem dann, wenn ohnehin eine Reise ansteht.
Wann eine Titerkontrolle sinnvoll ist
Für gesunde Kinder ist sie nicht vorgesehen. Bei bestimmten Gründen schon, denn fünf bis zehn von hundert Geimpften bilden keine ausreichende Immunantwort. Dann wird der Antikörperspiegel bevorzugt sechs Monate nach der dritten Impfung bestimmt – frühestens vier Wochen danach.
Ist der Wert ausreichend hoch, genügen bei fortbestehendem Grund Auffrischungen alle zehn Jahre; weitere Kontrollen braucht es dann nicht mehr. Zu diesen Gründen zählen unter anderem:
- chronische Lebererkrankungen
- häufiger Bedarf an Blutprodukten, etwa bei Hämophilie
- Dialyse oder bevorstehende Dialyse
- bestehende oder zu erwartende Immunschwäche, etwa unter dauerhafter immunsuppressiver Therapie
- Kontakt zu Menschen, die das Virus tragen
- Reisen in Gebiete, in denen Hepatitis B stark verbreitet ist
Schwangerschaft und Stillzeit sind keine Gegenanzeige. Der Impfplan hält das ausdrücklich fest – die Impfung ist in beiden Situationen möglich.
Was die Impfung kostet
Die Hepatitis-B-Impfung ist im kostenfreien Kinderimpfprogramm enthalten – sowohl die Grundimmunisierung im Säuglingsalter als auch die Auffrischung zwischen dem vollendeten 7. und dem vollendeten 15. Lebensjahr. Für den Impfstoff zahlen Sie nichts.
Für die ärztliche Leistung fällt nichts zusätzlich an. Ein Impftermin ist bei uns ein gewöhnlicher Ordinationstermin – es gilt das Honorar der Kinderarztordination, unabhängig davon, wie viele Impfungen an diesem Tag verabreicht werden.
Wie eine Impfung bei uns abläuft
- Im Säuglingsalter mitgeplant. Die drei Teilimpfungen fallen mit den üblichen Vorsorgeterminen zusammen, Hepatitis B läuft dabei als Teil der Sechsfach-Impfung mit.
- Im Schulalter aktiv nachfragen. Die Auffrischung braucht einen eigenen Termin – sprechen Sie uns darauf an, wenn Ihr Kind zwischen sieben und vierzehn ist.
- Impfpass mitbringen. Daran sehen wir, was schon erfolgt ist. Auch der elektronische Impfpass hilft.
- Gemeinsam mit anderen Impfungen möglich.
- Termine vereinbaren Sie über die Online-Terminvereinbarung.
Häufige Fragen
Mein Kind hatte die Sechsfach-Impfung – reicht das?
Für die ersten Lebensjahre ja. Zwischen dem vollendeten 7. und dem vollendeten 15. Lebensjahr ist aber eine eigene Auffrischung gegen Hepatitis B empfohlen, und die ist kostenfrei. Sie wird oft übersehen, weil die Auffrischung im Volksschulalter nur Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung enthält – Hepatitis B ist darin nicht dabei.
Wir haben die Grundimmunisierung als Baby versäumt – ist es zu spät?
Nein, nachholen ist in jedem Alter möglich und bis zum vollendeten 60. Lebensjahr empfohlen. Je früher, desto besser: Ab dem Kleinkindalter steigt das Infektionsrisiko. Für ältere Kinder gibt es Einzelimpfstoffe, bei denen die zweite Dosis ein bis zwei Monate nach der ersten folgt.
Braucht mein Kind eine Blutabnahme, um den Impfschutz zu prüfen?
Für gesunde Kinder nicht. Eine Titerkontrolle ist nur bei bestimmten Gründen vorgesehen – etwa bei chronischer Lebererkrankung, Dialyse oder Immunschwäche. Fünf bis zehn von hundert Geimpften bilden keine ausreichende Immunantwort, deshalb wird in diesen Fällen nachgemessen.
Warum wird schon im Säuglingsalter geimpft, wenn das Risiko erst später kommt?
Weil eine Ansteckung im Säuglingsalter fast immer chronisch verläuft – je jünger ein Mensch bei der Infektion ist, desto wahrscheinlicher wird die Erkrankung dauerhaft. Aus einer chronischen Hepatitis B kann sich später eine Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickeln. Der Schutz soll stehen, bevor überhaupt ein Risiko besteht.
Kann man gegen Hepatitis A und B gemeinsam impfen?
Ja, dafür gibt es Kombinationsimpfstoffe ab dem vollendeten 1. Lebensjahr, in einer Kinder- und einer Erwachsenenformulierung. Das bietet sich an, wenn ohnehin eine Reise ansteht. Mehr dazu auf unserer Seite zur Hepatitis-A-Impfung.
Einen Überblick über alle Impfungen im Kindes- und Jugendalter gibt die Seite Impfungen für Kinder. Was wir sonst anbieten, steht unter Leistungen, und wer bei uns Kinder betreut, sehen Sie unter Kinderarzt.
Quellen
- Impfplan Österreich 2025/2026, Version 1.1 vom 10.10.2025 – Kapitel Hepatitis B, Sozialministerium und Nationales Impfgremium
- Hepatitis B – Sozialministerium, Infektionskrankheiten A–Z
- Gebrauchsinformationen der Impfstoffe im kostenfreien Impfprogramm – Sozialministerium
Zuletzt aktualisiert: September 2026