Reiseimpfungen für Kinder
Reiseimpfungen für Kinder sind vor allem eine Frage der Vorlaufzeit. Welche sinnvoll sind, hängt vom Reiseziel ab, von der Jahreszeit, der Route und davon, wie Sie unterwegs sind – Rucksackreise oder Hotelanlage macht einen Unterschied. Wir besprechen das mit Ihnen und impfen, was ansteht. Nur einen Teil der Impfstoffe haben wir vorrätig – wie das mit den übrigen läuft, steht gleich im ersten Abschnitt.
Das Wichtigste in Kürze
- Kommen Sie früh. Manche Impfungen brauchen mehrere Teilimpfungen über Monate.
- Wir beraten Sie gerne – auch zu Impfungen, die wir nicht selbst vorrätig haben.
- Im Haus haben wir die Hepatitis-Impfstoffe, einzeln und als Kombination.
- Alles andere besorgen Sie über Ihre Apotheke, verimpfen tun wir es dann bei uns.
- Gelbfieber ist die Ausnahme – das dürfen nur autorisierte Impfstellen.
- Zuerst die Standardimpfungen prüfen. Sie sind oft wichtiger als jede exotische Reiseimpfung.
Was wir anbieten – und was nicht
Wir sind keine reisemedizinische Spezialambulanz, und das wollen wir auch nicht vorgeben. Was wir tun:
- Wir beraten Sie – welche Impfungen für Ihr Reiseziel in Frage kommen, was davon für das Alter Ihres Kindes zugelassen ist und wie sich das zeitlich ausgeht.
- Die Hepatitis-Impfstoffe haben wir im Haus, sowohl gegen Hepatitis A allein als auch in Kombination mit Hepatitis B. Das deckt den häufigsten Reisebedarf ab.
- Andere Reiseimpfstoffe besorgen Sie über Ihre Apotheke und bringen sie zum Termin mit – verimpfen tun wir sie gerne bei uns.
Gelbfieber können wir nicht impfen. Gelbfieber-Impfbescheinigungen werden im internationalen Reiseverkehr nur anerkannt, wenn sie von einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle ausgestellt wurden. Eine nachträgliche Bestätigung durch die Gesundheitsbehörde ist ausdrücklich nicht zulässig. Die Liste der autorisierten Stellen führt das Sozialministerium unter sozialministerium.gv.at/gelbfieber-impfstellen.
Welche Reiseimpfungen für Kinder es gibt
Ob eine davon für Ihr Kind in Frage kommt, hängt vom Reiseziel ab. Die Karten sagen, worum es geht und wie Sie zum Impfstoff kommen.
Über die Apotheke zu besorgen
Diese Impfstoffe haben wir nicht vorrätig. Sprechen Sie uns an, wir sagen Ihnen, was Sie brauchen – verimpft wird bei uns.
Nicht bei uns möglich
Wie viel Vorlauf Sie brauchen
Das ist der Punkt, an dem es in der Praxis am häufigsten scheitert. Ein paar Anhaltspunkte:
| Impfung | Was zeitlich zu bedenken ist |
|---|---|
| Hepatitis A | Beim Einzelimpfstoff steht der Schutz spätestens drei Wochen nach der ersten Impfung. Beim Kombinationsimpfstoff gegen A und B erst ab der zweiten – bei kurzfristigen Reisen ist der Einzelimpfstoff die bessere Wahl. |
| Typhus | Die Impfung soll mindestens eine Woche vor der Abreise abgeschlossen sein. |
| Tollwut | Mindestens drei Teilimpfungen – hier braucht es die längste Vorlaufzeit. |
| Japanische Enzephalitis | Zwei Teilimpfungen. Ob sie überhaupt nötig ist, hängt stark von Region, Jahreszeit und Reisestil ab. |
Als Faustregel: Melden Sie sich, sobald die Reise feststeht. Dann bleibt Zeit, den Impfstoff zu besorgen und die Teilimpfungen zu verteilen. Kurzfristig lässt sich meist auch noch etwas erreichen – aber eben nicht alles.
Zuerst das Naheliegende: die Standardimpfungen
Bevor es um Typhus oder Tollwut geht, lohnt ein Blick in den Impfpass. Auf Reisen ist ein lückenhafter Schutz gegen Masern, Kinderlähmung, Tetanus oder Keuchhusten das deutlich größere Risiko – diese Erkrankungen kommen in vielen Ländern häufiger vor als bei uns, und der Schutz ist ohnehin für jedes Kind vorgesehen.
Bringen Sie den Impfpass zum Termin mit, dann sehen wir uns beides gemeinsam an: was für die Reise dazukommt und was ohnehin fällig wäre. Welche Impfungen im Kindes- und Jugendalter vorgesehen sind, zeigt die Übersicht Impfungen für Kinder.
Wogegen es keine Impfung gibt
Nicht jede Reisegefahr lässt sich wegimpfen. Gegen Durchfallerkrankungen hilft vor allem Hygiene – abgekochtes oder abgefülltes Wasser, geschältes Obst, Vorsicht bei Eiswürfeln. Gegen durch Mücken übertragene Erkrankungen hilft konsequenter Mückenschutz: lange Kleidung, Netz über dem Bett, geeignete Mittel auf der Haut.
Ob für Ihr Reiseziel zusätzlich eine medikamentöse Vorbeugung in Frage kommt und welche Mittel für das Alter Ihres Kindes geeignet sind, besprechen wir beim Termin. Bei Zielen mit besonderem Risiko verweisen wir Sie an eine reisemedizinische Spezialambulanz – das ist keine Ausrede, sondern der richtige Weg.
Häufige Fragen
Wir fliegen in vier Wochen – ist es zu spät?
Für vieles nicht. Bei Hepatitis A steht der Schutz mit dem Einzelimpfstoff spätestens drei Wochen nach der ersten Impfung, Typhus braucht nur eine Woche Vorlauf. Für Impfungen mit mehreren Teilimpfungen über Monate – etwa Tollwut – wird es eng. Melden Sie sich, dann sehen wir, was sich ausgeht.
Warum haben Sie die Impfstoffe nicht vorrätig?
Weil sie selten gebraucht werden und begrenzt haltbar sind. Für die Hepatitis-Impfstoffe lohnt sich die Vorratshaltung, für die übrigen nicht. Der Weg über die Apotheke ist deshalb kein Umweg, sondern der übliche Ablauf: Wir sagen Ihnen genau, was Sie holen, Sie bringen es mit, wir impfen.
Warum können Sie nicht gegen Gelbfieber impfen?
Weil die Berechtigung dafür eigens beim Gesundheitsministerium beantragt werden muss. Gelbfieber-Impfbescheinigungen werden international nur anerkannt, wenn sie von einer autorisierten Impfstelle stammen, und eine nachträgliche Bestätigung ist nicht zulässig. Die Liste der autorisierten Stellen führt das Sozialministerium.
Braucht mein Baby schon Reiseimpfungen?
Das hängt vom Ziel ab. Manche Impfungen sind erst ab dem vollendeten 1. oder 2. Lebensjahr zugelassen – Hepatitis A etwa ab einem Jahr, Typhus ab zwei. Die Impfung gegen Japanische Enzephalitis ist dagegen schon ab dem vollendeten 2. Lebensmonat zugelassen. Wichtiger als jede Reiseimpfung ist bei Säuglingen, dass die üblichen Impfungen auf Stand sind.
Muss mein Kind wegen Tollwut geimpft werden?
In Österreich ist die Tollwut seit 2008 ausgerottet, die WHO hat das Land als tollwutfrei zertifiziert – das gilt auch für alle Nachbarländer. In vielen Reiseländern ist sie dagegen weiterhin verbreitet. Der Impfplan Österreich hält ausdrücklich fest, dass die vorbeugende Impfung insbesondere für Kinder im Reiseverkehr empfehlenswert ist: Kinder gehen auf Tiere zu, und ein Biss oder Kratzer bleibt leichter unbemerkt.
Was kostet eine Reiseimpfung?
Reiseimpfungen gehören nicht zum kostenfreien Kinderimpfprogramm. Den Impfstoff zahlen Sie selbst – entweder bei uns, wenn wir ihn vorrätig haben, oder in der Apotheke. Was er kostet, sagen wir Ihnen beim Termin.
Für die ärztliche Leistung fällt nichts zusätzlich an. Ein Impftermin ist bei uns ein gewöhnlicher Ordinationstermin – es gilt das Honorar der Kinderarztordination, unabhängig davon, wie viele Impfungen an diesem Tag verabreicht werden.
Termine vereinbaren Sie über die Online-Terminvereinbarung. Was wir sonst anbieten, steht unter Leistungen, und wer bei uns Kinder betreut, sehen Sie unter Kinderarzt.
Quellen
- Impfplan Österreich 2025/2026, Version 1.1 vom 10.10.2025 – Kapitel Hepatitis A, Gelbfieber, Japanische Enzephalitis, Tollwut, Typhus abdominalis und Cholera
- Autorisierte Gelbfieber-Impfstellen in Österreich – Sozialministerium
Zuletzt aktualisiert: September 2026