Händigkeit
Die Händigkeit beschreibt die funktionelle Dominanz einer Hand – also die bevorzugte Hand, die schneller und geschickter ist und spontan eingesetzt wird. Sie steht häufig im Zusammenhang mit der späteren Schreibhand und führt dazu, dass im täglichen Leben die bevorzugte Hand intensiver benutzt wird als die andere.
Das Wichtigste in Kürze
- Händigkeit heißt Dominanz, nicht Ausschließlichkeit – die andere Hand wird weiter benutzt, nur weniger.
- Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Das gilt für die Motorik wie für alles andere.
- Bei den Eltern-Kind-Pass-Untersuchungen schauen wir auf die Entwicklung mit – auch auf die der Hände.
- Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie uns an. Das ist schneller geklärt, als es sich mit sich herumtragen lässt.
Was Händigkeit bedeutet
Gemeint ist die funktionelle Dominanz einer Hand: Die eine Hand ist schneller, geschickter und wird ohne Nachdenken eingesetzt, wenn etwas gegriffen, geworfen oder geführt werden soll. Die andere Hand ist deshalb nicht untätig – sie hält, stützt und unterstützt. Bei den meisten Tätigkeiten arbeiten beide zusammen, nur mit verteilten Rollen.
Weil die bevorzugte Hand im Alltag mehr zu tun bekommt, wird sie auch weiter geübt – der Unterschied zwischen beiden Händen wächst also mit der Zeit. Und weil Schreiben eine feinmotorisch besonders anspruchsvolle Tätigkeit ist, fällt die Händigkeit spätestens dann auf, wenn die Schreibhand gewählt wird.
Wie wir die Entwicklung im Blick behalten
Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Informationen zur individuellen Entwicklung Ihres Kindes bekommen Sie bei uns – und bei den regelmäßigen Eltern-Kind-Pass-Untersuchungen wird ohnehin auf die Entwicklung geachtet, die motorische eingeschlossen.
Beobachten hilft mehr als messen. Womit greift Ihr Kind spontan nach etwas, das mittig vor ihm liegt? Welche Hand führt beim Malen, welche hält das Papier? Wenn Ihnen etwas auffällt, notieren Sie es – solche Alltagsbeobachtungen sind beim Termin nützlicher als ein einzelner Eindruck.
Wann Sie uns ansprechen sollten
Wenn Sie unsicher sind, ob sich die Händigkeit Ihres Kindes so entwickelt, wie es sein sollte – oder wenn Ihnen im Kindergarten oder in der Schule etwas dazu gesagt wurde. Bringen Sie das beim nächsten Termin zur Sprache, oder vereinbaren Sie einen über die Online-Terminvereinbarung. Wir sehen uns das an und sagen Ihnen, ob und wo eine weitere Abklärung sinnvoll ist.
Zur allgemeinen Entwicklung und zu den Untersuchungen führt die kinderärztliche Betreuung weiter. Geht es um Sprache statt um Motorik, steht mehr unter Logopädie.
Quellen
- Entwicklung im Kleinkindalter – Gesundheitsportal des Bundes
Zuletzt aktualisiert: September 2026