Masern-Mumps-Röteln Impfung
Masern sind eine der ansteckendsten Viruserkrankungen überhaupt – eine kurze Begegnung genügt. Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung schützt in einem Schritt gegen alle drei Krankheiten, und sie ist früher möglich, als viele Eltern denken: ab dem vollendeten 9. Lebensmonat. In der Kinderarztpraxis Schumanngasse in Wien 1170 impfen alle unsere Kinderfachärztinnen und Kinderfachärzte dagegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Impfungen, ab dem vollendeten 9. Lebensmonat.
- Unbedingt vor dem Eintritt in Kinderkrippe, Kindergarten oder Schule.
- Kostenfrei im Impfprogramm – und in jedem Lebensalter nachholbar.
- Auf Wunsch gemeinsam mit der Windpocken-Impfung – wir haben beide Impfstoffe vorrätig.
- Der Abstand hängt vom Alter bei der ersten Impfung ab – drei Monate im ersten Lebensjahr, sonst mindestens vier Wochen.
- Zu viel impfen geht nicht. Wer schon geschützt ist, bei dem läuft die Impfung ins Leere – ohne Schaden.
- Nach einem Masernkontakt zählen 72 Stunden. Rufen Sie uns in so einem Fall sofort an.
Warum drei Krankheiten in einer Impfung?
Weil es für Ihr Kind weniger Stiche und weniger Termine bedeutet – und weil alle drei Erkrankungen dasselbe Problem teilen: Es gibt keine Behandlung, die gegen die Viren selbst wirkt. Man kann nur die Beschwerden lindern und abwarten.
Masern
Masern sind eine der ansteckendsten Viruserkrankungen des Menschen. Übertragen werden sie durch Einatmen infektiöser Tröpfchen beim Sprechen, Husten und Niesen oder durch direkten Kontakt mit Nasen- und Rachensekret.
Schon eine kurze Begegnung reicht für eine Ansteckung. Und über 95 von 100 ungeschützten Angesteckten erkranken auch tatsächlich. Ansteckend ist man bereits vier Tage vor dem Ausschlag – zu einem Zeitpunkt also, an dem niemand an Masern denkt – und bis vier Tage danach.
Von der Ansteckung bis zu den ersten Beschwerden vergehen durchschnittlich acht bis zehn Tage, höchstens 21. Am Anfang stehen Fieber, Schnupfen, Bindehautentzündung und Heiserkeit, dann kommen weiße Flecken an der Mundschleimhaut dazu, und schließlich der typische großfleckige Ausschlag, begleitet von erneutem Fieberanstieg.
In Industrieländern kommt es bei 20 von 100 Erkrankten zu Komplikationen – am häufigsten Durchfall und Lungenentzündung, dann Krampfanfälle.
| Komplikation | Häufigkeit und Folgen |
|---|---|
| Komplikationen insgesamt | 20 von 100 Erkrankten |
| Gehirnentzündung | 1 bis 2 von 1.000 gemeldeten ErkrankungenBis zu ein Viertel davon verläuft tödlich; etwa ein Drittel der Überlebenden behält schwere Schäden zurück. |
| Tödlicher Verlauf | etwa 1 von 1.000 erkrankten und gemeldeten Kindern |
Besonders gefährdet sind Kinder unter einem Jahr und Erwachsene.
Mumps
Mumps – im Volksmund Ziegenpeter – wird ebenfalls über Tröpfchen übertragen. Bei etwa 70 von 100 Angesteckten zeigt sich das typische Bild: die geschwollene Ohrspeicheldrüse, in neun von zehn Fällen auf beiden Seiten. Zwischen Ansteckung und Beschwerden vergehen zwei bis vier Wochen, im Schnitt 18 Tage.
Die Komplikationen nehmen mit dem Alter zu. Das ist der Grund, warum sich eine verschobene Impfung im Jugendalter rächen kann:
- Bei 5 bis 10 von 100 Infektionen kommt es zu Beschwerden des Nervensystems, meist einer Hirnhautentzündung.
- Bis zu 4 von 100 Erkrankten entwickeln eine Entzündung des Hörnervs, die später zu Taubheit führen kann. Vor der Impfung war Mumps eine der häufigsten Ursachen für Taubheit.
- Während und nach der Pubertät kommt es bei 10 bis 30 von 100 männlichen Erkrankten zu einer Hodenentzündung, die teilweise unfruchtbar macht.
Röteln
Röteln verlaufen bei Kindern in bis zu der Hälfte der Fälle ohne jedes Anzeichen. Wenn Beschwerden auftreten, dann nach 14 bis 21 Tagen: ein kleinfleckiger Ausschlag, geschwollene Lymphknoten besonders im Nacken und häufig Gelenkschmerzen.
Die Gefahr liegt woanders. Steckt sich eine Schwangere bis zur 17. Schwangerschaftswoche an, kann das beim ungeborenen Kind zu schweren Schäden führen – Taubheit, Trübung der Augenlinse, Herzfehler und andere Organschäden.
Früher wurden deshalb nur 13-jährige Mädchen geimpft. Heute werden beide Geschlechter geimpft, damit das Virus gar nicht erst zirkuliert – das schützt auch die Kinder von Frauen, die selbst nicht immun sind.
Wenn Sie eine Schwangerschaft planen: Der Rötelnschutz sollte vorher geklärt sein. Sprechen Sie uns an, wir sehen im Impfpass nach.
Ab wann und wie oft wird geimpft?
Zwei Impfungen ab dem vollendeten 9. Lebensmonat, unbedingt vor dem Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung. Der Abstand zwischen den beiden hängt davon ab, wie alt Ihr Kind bei der ersten Impfung war.
| Alter bei der 1. Impfung | Abstand zur 2. Impfung |
|---|---|
| im 1. Lebensjahr, also ab dem vollendeten 9. Lebensmonat | drei Monate |
| ab dem vollendeten 1. Lebensjahr | so früh wie möglich, mindestens vier Wochen |
Spätestens mit dem vollendeten 6. Lebensjahr gehört der Impfpass kontrolliert – also vor Schuleintritt. Fehlende Impfungen holen wir dann nach. Das gilt genauso beim Eintritt in Kinderkrippe und Kindergarten.
Bei stark erhöhter Masernaktivität kann in Ausnahmefällen schon ab dem vollendeten 6. Lebensmonat geimpft werden, dann mit zwei Dosen im Abstand von drei Monaten. Das ist eine Einzelfallentscheidung, die wir gemeinsam mit Ihnen treffen und dokumentieren.
Dreifach oder Vierfach? Sie haben die Wahl
Wir haben beide Impfstoffe in der Praxis vorrätig. Sie können sich also entscheiden – und wir beraten Sie dabei.
| Dreifach-Impfstoff | ProQuad (Vierfach) | |
|---|---|---|
| Schützt gegen | Masern, Mumps, Röteln | Masern, Mumps, Röteln und Windpocken |
| Stiche | einer – für Windpocken wäre ein zweiter nötig | nur einer für alle vier Krankheiten |
| Kosten | kostenfrei | Der Windpocken-Anteil gehört nicht zum kostenfreien Impfprogramm.Was das konkret bedeutet, sagen wir Ihnen beim Termin. |
Der Dreifach-Impfstoff ist der, der im kostenfreien Kinderimpfprogramm vorgesehen ist. ProQuad nimmt die Windpocken-Impfung gleich mit dazu – das spart Ihrem Kind einen Stich und Ihnen einen Termin. Mehr zu den Windpocken selbst steht unter Windpocken.
Was für Ihr Kind in Frage kommt, hängt außerdem vom Alter und vom bisherigen Impfstatus ab. Sprechen Sie uns beim Termin darauf an – wir sehen im Impfpass nach und sagen Ihnen, was sinnvoll ist.
Was kostet die MMR-Impfung?
Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung ist kostenfrei – sie ist im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Und sie ist derzeit in Österreich an öffentlichen Impfstellen für alle Altersgruppen kostenfrei erhältlich, nicht nur für Kinder.
Beim Vierfach-Impfstoff ist es anders. Die Windpocken-Impfung gehört in Österreich nicht zum kostenfreien Impfprogramm – bei ProQuad fällt deshalb ein Anteil an. Wenn Sie das nicht möchten, bekommen Sie bei uns selbstverständlich den kostenfreien Dreifach-Impfstoff. Wir haben beide vorrätig und sagen Ihnen beim Termin, womit Sie jeweils rechnen müssen.
Für die ärztliche Leistung fällt nichts zusätzlich an. Ein Impftermin ist bei uns ein gewöhnlicher Ordinationstermin – es gilt das Honorar der Kinderarztordination, unabhängig davon, wie viele Impfungen an diesem Tag verabreicht werden.
Welche Impfreaktionen sind möglich?
Der Kombinationsimpfstoff wird seit 1963 verwendet und hat sich in über 575 Millionen verabreichten Dosen als sehr sicher und gut verträglich erwiesen.
Am häufigsten sind Rötung und Schwellung an der Einstichstelle. Weil es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, vermehrt sich das abgeschwächte Impfvirus im Körper – in dieser Zeit, bis etwa sieben Tage nach der Impfung, können Abgeschlagenheit, erhöhte Temperatur und selten Fieber auftreten.
Impfmasern: Bei 3 bis 5 von 100 Geimpften entsteht eine abgeschwächte Form der Masern mit Fieber und Ausschlag. Das sieht beunruhigend aus, ist aber harmlos – und vor allem: Impfmasern sind nicht ansteckend. Ihr Kind kann niemanden damit anstecken.
Wer soll nicht geimpft werden?
Der Impfstoff enthält lebende, abgeschwächte Viren. Deshalb gilt:
- In der Schwangerschaft wird nicht geimpft. Eine Schwangerschaft soll bei der Impfung ausgeschlossen und danach einen Monat lang vermieden werden. Wurde versehentlich doch geimpft, ist das kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.
- Bei ausgeprägter Immunschwäche wird nicht geimpft. Eine leichte Immunschwäche ist kein Hindernis, und eine fehlende Milz ebenfalls nicht.
Häufige Fragen
Mein Kind ist erst neun Monate alt – ist das nicht zu früh?
Nein. Die MMR-Impfung ist ab dem vollendeten 9. Lebensmonat empfohlen, und gerade Kinder unter einem Jahr haben bei Masern ein besonderes Risiko für einen schweren Verlauf. Wichtig ist, dass die Impfung vor dem Eintritt in Kinderkrippe oder Kindergarten abgeschlossen ist.
Wir haben den Impfpass verloren – kann eine Impfung zu viel schaden?
Nein, ein Überimpfen ist nicht möglich. Wenn bereits Schutz besteht, hindert die vorhandene Immunabwehr die Impfviren an der Vermehrung – die Impfung läuft ins Leere, ohne Schaden anzurichten. Im Zweifel wird deshalb geimpft statt abgewartet. Bringen Sie mit, was Sie haben, wir ordnen es ein.
Mein Kind hatte Kontakt zu jemandem mit Masern – was jetzt?
Rufen Sie uns sofort an. Die Impfung wirkt als nachträglicher Schutz am zuverlässigsten, wenn sie innerhalb von 72 Stunden nach dem Kontakt erfolgt. Auch später ist sie noch sinnvoll, weil sie den Verlauf günstig beeinflussen kann – sicher wirksam ist sie dann aber nicht mehr.
Kann mein Kind durch die Impfung Masern bekommen?
Bei 3 bis 5 von 100 Geimpften kommt es zu sogenannten Impfmasern, einer abgeschwächten Form mit Fieber und Ausschlag. Sie sind nicht ansteckend und klingen von selbst ab. Eine echte Masernerkrankung kann die Impfung nicht auslösen.
Wir haben einen Termin versäumt – müssen wir von vorne anfangen?
Nein. Eine begonnene Impfserie wird fortgesetzt, nicht neu begonnen. Fehlende MMR-Impfungen können in jedem Lebensalter nachgeholt werden – auch bei Jugendlichen und Erwachsenen, die als Kinder nur einmal geimpft wurden.
Kann mein Kind gleichzeitig gegen Windpocken geimpft werden?
Ja, wenn Sie möchten. Wir haben beide Impfstoffe vorrätig: den kostenfreien Dreifach-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln und ProQuad, der zusätzlich gegen Windpocken schützt – ein Stich statt zwei. Weil die Windpocken-Impfung in Österreich nicht zum kostenfreien Impfprogramm gehört, fällt bei ProQuad ein Anteil an. Sie entscheiden, wir beraten Sie dabei.
Alles zu unserem Impfangebot steht unter Impfungen. Zu den weiteren Impfungen im Kindesalter lesen Sie unter Keuchhusten, Tetanus und Pneumokokken. Wer bei uns impft, sehen Sie unter Kinderarzt.
Quellen
- Impfplan Österreich 2025/2026, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, gemeinsam mit dem Nationalen Impfgremium
- Impfungen von A bis Z, Bundesministerium für Gesundheit, impfen.gv.at
Zuletzt aktualisiert: September 2026